Aktivrente, Euro

Aktivrente: 2.000 Euro steuerfrei für arbeitende Rentner

26.01.2026 - 15:52:12

Die neue Aktivrente bietet Rentnern einen Steuerfreibetrag von 2.000 Euro monatlich, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Experten bezweifeln jedoch die Wirksamkeit der Einzelmaßnahme.

Seit Jahresbeginn können Rentner, die weiterarbeiten, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei verdienen. Die neue Aktivrente soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken – doch Experten zweifeln an ihrer Wirksamkeit.

Wer profitiert von der neuen Regelung?

Das am 1. Januar 2026 in Kraft getretene Gesetz schafft einen monatlichen Steuerfreibetrag von 2.000 Euro für Einkünfte aus sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Anspruch haben alle, die ihre Regelaltersgrenze erreicht haben, unabhängig davon, ob sie bereits Rente beziehen oder den Bezug aufschieben.

Ausgenommen sind jedoch Selbstständige, Beamte und Minijobber. Ein wichtiger Hinweis: Die Einnahmen bleiben sozialversicherungspflichtig. Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung fallen also weiter an.

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Politisches Ziel: Erfahrung im Markt halten

Die Einführung war ein Kernprojekt der Regierungskoalition gegen den demografischen Wandel. Nach Kabinettsbeschluss im Oktober 2025 passierte der Entwurf noch Ende des Jahres Bundestag und Bundesrat.

Die Regierung verspricht sich davon, wertvolles Wissen älterer Beschäftigter länger in den Betrieben zu halten. Die jährliche steuerliche Entlastung wird auf bis zu 890 Millionen Euro geschätzt. Kritiker monieren die Ungleichbehandlung, vor allem gegenüber Selbstständigen.

Erste Zweifel an der Wirksamkeit

Arbeitsmarktforscher sehen in der Aktivrente einen positiven, aber unzureichenden Anreiz. „Allein wird diese Maßnahme die demografische Lücke nicht schließen“, lautet eine verbreitete Einschätzung. Ob der steuerliche Vorteil tatsächlich genug Rentner zum Weiterarbeiten motiviert, muss sich erst zeigen.

Die Herausforderung ist gewaltig: In den kommenden zehn Jahren verlassen pro Jahr rund 400.000 Menschen mehr den Arbeitsmarkt, als neu hinzukommen. Einzelmaßnahmen können diesen Aderlass kaum kompensieren.

Nur ein Baustein im Reformpaket

Experten fordern daher weitergehende Lösungen. Im Gespräch ist etwa eine sozial gerechtere Gestaltung der abschlagsfreien Frührente. Vorgeschlagen wird, Abschläge für gesunde Frührentner zu erhöhen, während sie für gesundheitlich Beeinträchtigte entfallen könnten.

Die Aktivrente gilt als Schritt in die richtige Richtung. Die strukturellen Probleme von Rentensystem und Arbeitsmarkt bleiben jedoch eine zentrale politische Aufgabe.

Evaluation nach zwei Jahren geplant

Die Wirksamkeit der Maßnahme soll 2028 überprüft werden. Diese Evaluation wird zeigen, ob der Anreiz stark genug ist und ob eine Ausweitung – etwa auf Selbstständige – sinnvoll ist.

Letztlich ist die Aktivrente ein Testballon. Ihr Erfolg hängt davon ab, ob sie Teil einer umfassenden Strategie zur Fachkräftesicherung wird. Die Debatte über notwendige Anpassungen hat gerade erst begonnen.

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