Aktivrente, Euro

Aktivrente: 2.000 Euro steuerfrei für arbeitende Rentner

16.01.2026 - 01:05:12

Neues Gesetz ermöglicht Rentnern steuerfreien Zuverdienst von bis zu 2.000 Euro pro Monat, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und erfahrene Arbeitskräfte zu halten.

Seit Jahresbeginn können Rentner in Deutschland bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die neue Aktivrente soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken und erfahrene Arbeitskräfte im Job halten.

So funktioniert die Steuerbefreiung

Das Kernstück des Gesetzes ist ein monatlicher Steuerfreibetrag von 2.000 Euro. Er gilt für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen nach Erreichen der Regelaltersgrenze – aktuell 67 Jahre. Der Vorteil für Arbeitnehmer: Die Steuerbefreiung wird direkt beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt, das Netto steigt sofort.

Doch Vorsicht: Sozialversicherungsbeiträge fallen weiter an. Für Kranken- und Pflegeversicherung müssen Rentner selbst aufkommen. Der Arbeitgeber zahlt regulär seinen Anteil zu Renten- und Arbeitslosenversicherung. Überschreitet der Zuverdienst die 2.000-Euro-Grenze, wird der darüberliegende Betrag normal versteuert.

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Wer profitiert – und wer bleibt außen vor?

Die Regelung richtet sich gezielt an Angestellte nach Renteneintritt. Ob sie bereits eine Rente beziehen oder den Start aufgeschoben haben, spielt keine Rolle.

Doch nicht alle profitieren. Ausgeschlossen sind Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Minijobber. Diese Ungleichbehandlung hat bereits während des Gesetzgebungsverfahrens für Kritik gesorgt. Wirtschaftsverbände monieren, dass gerade im Bereich der Selbstständigkeit wertvolle Erfahrung verloren geht.

Ein Baustein gegen den Fachkräftemangel

Die Bundesregierung verfolgt mit der Maßnahme ein klares Ziel: Sie will die Erwerbsbeteiligung Älterer erhöhen und so dem demografischen Wandel begegnen. Wenn die „Babyboomer“-Jahrgänge in Rente gehen, droht vielen Branchen ein massiver Erfahrungsverlust.

Studien prognostizieren moderate Effekte. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet mit 25.000 bis 33.000 zusätzlichen Vollzeitstellen. Besonders Branchen wie das Gesundheitswesen, der Dienstleistungssektor und das Handwerk könnten entlastet werden. Viele Experten erwarten, dass bisherige Minijobber ihre Stunden nun aufstocken.

Kritik und offene Fragen

Trotz der positiven Ansätze bleibt die Debatte lebendig. Kritiker fragen: Kommt die Regelung nicht vor allem Büroangestellten zugute, während Menschen in körperlich fordernden Berufen oft gar nicht so lange durchhalten?

Die Ausgrenzung der Selbstständigen wirft zudem verfassungsrechtliche Fragen auf. Und wird der Anreiz von 2.000 Euro in Hochlohnregionen überhaupt ausreichen?

Das Gesetz ist Teil eines größeren Pakets. Parallel wurde das Anschlussverbot bei Befristungen gelockert. Arbeitgeber können Rentner nun einfacher weiterbeschäftigen – ein klares Signal für mehr Flexibilität.

Evaluation in zwei Jahren

Ob die Aktivrente ihre Ziele erreicht, wird sich zeigen. Eine offizielle Evaluation ist nach zwei Jahren geplant. Sie soll klären, ob Nachbesserungen – etwa bei den ausgeschlossenen Gruppen – nötig sind.

Für Unternehmen bietet das Gesetz neue Chancen. Sie können erfahrene Kräfte für Mentoring oder Projekte halten und so den Wissenstransfer sichern. Die Aktivrente könnte so zu einem Mentalitätswandel beitragen: Arbeiten im Alter nicht als Notlösung, sondern als attraktive Option für einen aktiven Ruhestand.

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