Aktives, Zuhören

Aktives Zuhören stoppt Weihnachtsstreit

26.12.2025 - 00:52:12

Psychologen empfehlen Aktives Zuhören als wirksame Notbremse gegen eskalierende Streits, während traditionelles Dampfablassen als kontraproduktiv gilt. Die Telefonseelsorge verzeichnet Rekordanrufe.

Beratungsstellen verzeichnen nach den Feiertagen Rekordanrufe. Psychologen raten Familien in Konfliktsituationen zu einer bewährten Deeskalationstechnik: dem Aktiven Zuhören. Die alte Methode, Dampf abzulassen, erweist sich hingegen als kontraproduktiv.

Krisendienste in der Hochsaison

Die Weihnachtsfeiertage bleiben eine Belastungsprobe. Die Telefonseelsorge in Österreich und Deutschland meldet seit Heiligabend massive Auslastung. Die Leitungen sind voll mit Anrufen, die von Einsamkeit bis zu eskalierenden Familienkonflikten reichen.

Sepp Gröfler, scheidender Leiter der Telefonseelsorge Vorarlberg, bestätigt das Muster. Die hohen Erwartungen an das Fest kollidieren oft mit der Realität auf engem Raum. Doch Experten warnen in diesem Jahr besonders vor einer konfrontativen Streitkultur.

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Der Irrglaube vom Dampfablassen

Ein aktueller Bericht des Spiegel räumt mit einem psychologischen Mythos auf: der Katharsis-Hypothese. Die Idee, dass Schreien oder Wutausbrüche reinigend wirken, ist widerlegt.

Neuere Studien zeigen das Gegenteil. Wer Aggressionen freien Lauf lässt, steigert seine Wut oft noch. Aggressive Handlungen verstärken die neuronalen Verknüpfungen für genau dieses Verhalten. Die direkte Konfrontation am Esstisch ist daher oft der Weg in die Eskalation.

Drei Schritte zur Deeskalation

Als wirksame Notbremse propagieren Psychologen das Aktive Zuhören. Portale wie Novego empfehlen diese Technik für hitzige Familiendiskussionen.

Die Methode basiert auf drei einfachen Prinzipien:
* Paraphrasieren: Den Vorwurf des Gegenübers in eigenen Worten wiederholen („Du hast das Gefühl, ich lasse dich allein mit der Arbeit.“). Das nimmt dem Streit sofort die Schärfe.
* Emotionen spiegeln: Das vermutete Gefühl benennen („Das ärgert dich gerade sehr, oder?“). Das signalisiert Verständnis und senkt den Stresspegel.
* Aufmerksamkeit schenken: Blickkontakt halten und Ablenkungen vermeiden. Ungeteilte Aufmerksamkeit wirkt oft schon deeskalierend.

Stress durch ungewohnte Nähe

Ein weiterer Konfliktauslöser ist der „Dichtestress“. Die ungewohnte physische und emotionale Nähe über Tage überfordert viele.

Experten raten zu bewussten Auszeiten. Ein Spaziergang allein sollte nicht als Beleidigung, sondern als notwendige Psychohygiene kommuniziert werden. Wer spürt, dass die Toleranz schwindet, sollte die Situation mit einer Ich-Botschaft verlassen – und zwar bevor der Streit beginnt.

Warum 2025 besonders fordernd ist

Die Intensität der diesjährigen Konflikte hat Gründe. Externe Stressfaktoren wie wirtschaftliche Sorgen und gesellschaftliche Polarisierung machen vor der Haustür nicht halt. Politische Diskussionen am Tisch wirken oft als Brandbeschleuniger.

Aktives Zuhören wird hier zur demokratischen Grundkompetenz im Kleinen. Es erlaubt, Meinungsverschiedenheiten auszuhalten, ohne die Beziehung zu beschädigen. Arbeitspsychologen sehen diese Fähigkeit bereits als Schlüsselkompetenz für das kommende Jahr.

Für akute Krisen bleiben die Leitungen der Telefonseelsorge unter 142 (Österreich) und 0800-1110111 (Deutschland) rund um die Uhr erreichbar.

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