Akku-Sicherheit: Weihnachtsbrände schärfen Regeln für Büros
28.12.2025 - 01:13:12Eine Serie von Batteriebränden über Weihnachten 2025 unterstreicht die akute Brandgefahr in Unternehmen. Experten und Versicherer fordern dringend die Nachrüstung mit speziellen Ladeschränken.
Deutschlands Unternehmen müssen ihre Ladeinfrastruktur für Lithium-Ionen-Batterien dringend nachrüsten. Zu dieser eindringlichen Warnung rufen Brandschutzexperten und Versicherer nach einer Serie von Batteriebränden über die Weihnachtsfeiertage auf. Die Vorfälle gelten als Weckruf für die betriebliche Sicherheit zu Jahresbeginn 2026.
Weihnachtsbrände als deutliche Warnung
Die eigentlich ruhige Feiertagszeit wurde von mehreren gefährlichen Vorfällen mit Lithium-Ionen-Akkus überschattet. Sie zeigen die alltägliche Gefahr, die von der Technologie ausgeht.
Am 24. Dezember löste ein defekter Laptop-Akku in einem Wohnhaus in Bad Liebenwerda (Brandenburg) einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Das Gerät habe massive Rauchmengen freigesetzt, berichtete die Lausitzer Rundschau. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall demonstrierte, wie schnell ein Standard-IT-Gerät zur gefährlichen Rauchquelle werden kann.
Einen Tag später warnte die Feuerwehr im Kreis Mansfeld-Südharz vor unsachgemäß entsorgten oder gelagerten Batterien, nachdem die Zahl entsprechender Brände gestiegen war. Zudem zerstörte ein schwerer Brand am 27. Dezember in Frankenthal eine Garage und beschädigte ein Wohnhaus. Die Ursache wird noch ermittelt, doch der Vorfall passt in das bekannte Muster von Bränden durch das Laden von E-Mobilitätsgeräten.
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„Wenn ein einzelner Laptop-Akku in einem Privathaus einen Feuerwehr-Großeinsatz auslösen kann, ist das Risiko in einem Serverraum oder Großraumbüro mit Dutzenden ladenden Geräte exponentiell höher“, warnt ein Sicherheitsexperte.
Versicherer und neue Vorschriften erhöhen den Druck
Der Handlungsdruck für Unternehmen wächst nicht nur durch die Vorfälle, sondern auch durch verschärfte Regeln. Das Batteriegesetz (BattG), das im August 2025 novelliert wurde, weitet die Verantwortung für den sicheren Umgang mit Batterien aus.
Für Betriebe wird die Einhaltung der DGUV Information 205-041 zum Brandschutz und der VdS 3103-Richtlinie immer verbindlicher. Versicherer fordern zunehmend, dass Firmen ihre Akkus für E-Bikes, Elektrowerkzeuge oder Laptops nur noch in speziellen zertifizierten Ladeschränken laden.
Die zentralen Anforderungen für 2026 sind:
* Feuerwiderstand: Schränke müssen mindestens der Typ 90-Norm (DIN EN 14470-1) entsprechen und einen Batteriebrand 90 Minuten lang eindämmen.
* Aktive Überwachung: Moderne Systeme benötigen Rauchmelder und Temperatursensoren, die bei einer Anomalie sofort die Stromzufuhr unterbrechen.
* Gasrückhaltung: Die Schränke müssen nicht nur Flammen, sondern auch die bei einer „thermischen Durchzündung“ freigesetzten giftigen Gase zurückhalten können.
Moderne Ladeschränke setzen auf aktive Sicherheit
Die Vorfälle zeigen, dass eine „thermische Durchzündung“ spontan auftreten kann. Für Unternehmen ist die Steckdosenleiste kein akzeptables Sicherheitskonzept mehr.
Führende Hersteller setzen daher auf hochgerüstete Sicherheitstechnik in ihren Ladeschränken:
* Aerosol-Feuerlöschanlagen: Integrierte Systeme, die automatisch ein Löschmittel freisetzen, um den Akku zu kühlen.
* Technische Belüftung: Eine aktive Lüftung verhindert Hitzestau während des Ladevorgangs. Bei ihrem Ausfall wird der Ladestrom automatisch unterbrochen.
* Alarmweiterleitung: Potenzielle Brände werden direkt an die Gebäudeleittechnik gemeldet – entscheidend für das nächtliche Laden von Firmen-Flotten.
Experten betonen: „Passives“ Lagern reicht für das „aktive“ Laden nicht aus. Die beim Ladezyklus entstehende Hitze erhöht das Risiko erheblich.
Strengere Kontrollen im neuen Jahr erwartet
Im ersten Quartal 2026 rechnen Branchenkenner mit schärferen Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden. Die schiere Menge an batteriebetriebenen Geräten im modernen Arbeitsumfeld – vom E-Scooter im Foyer bis zum Handscanner in der Logistik – überfordert traditionelle Brandschutzkonzepte.
Die Vorfälle Ende 2025 sind ein deutlicher Appell: Brandschutz kennt keine Feiertage. Bevor die Belegschaft im Januar an die Arbeit zurückkehrt, sollten Unternehmen ihre Ladestationen dringend überprüfen. Der sicherste Weg ist, jeden Lithium-Ionen-Akku nur noch in einem kontrollierten, feuerresistenten Schrank zu laden. Nur so lässt sich verhindern, dass ein technischer Defekt zur betrieblichen Katastrophe wird.
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