AJC, Tageszeitungs

AJC beendet Ära des gedruckten Tageszeitungs

27.12.2025 - 01:09:12

Die Zeitungsbranche erreicht eine historische Zäsur: Die Atlanta Journal-Constitution stellt ihren täglichen Druck ein. Gleichzeitig definieren KI und junge Leser das Nachrichtenerlebnis neu.

Am Mittwoch, dem 31. Dezember 2025, erscheint die letzte gedruckte Tagesausgabe der Atlanta Journal-Constitution (AJC). Damit endet nach 150 Jahren eine Ära. Tausende Abonnenten wechseln nun zum ePaper und zu mobilen News-Apps des Verlags. Die Entscheidung, bereits im August 2025 angekündigt, ist ein deutliches Signal im globalen Trend. Ähnlich wie die türkische Hürriyet, die ihren Deutschland-Druck in diesem Jahr einstellte, reagiert die AJC auf steigende Produktionskosten und veränderte Lesegewohnheiten.

Für die Leser bedeutet der Wechsel mehr als nur den Ersatz von Papier durch einen Bildschirm. Das moderne ePaper ist eine interaktive Plattform. Es bietet einstellbare Schriftgrößen, sofortige Übersetzung, Audio-Vorlesefunktionen und eine Archivsuche über Jahrzehnte – Features, die im Druck undenkbar waren.

KI wird zum persönlichen Nachrichtenredakteur

Während etablierte Verlage digital werden, definieren Tech-Giganten das Nachrichtenerlebnis komplett neu. Die News-Apps von 2026 werden hochgradig personalisiert und von künstlicher Intelligenz (KI) angetrieben sein.

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Kürzlich wurde bekannt, dass Disney generative KI in sein Betriebsmodell integriert – ein Schritt, der Medienkonzerne weltweit beeinflussen dürfte. Gleichzeitig meldete Meta Rekord-Nutzungszahlen für Facebook und Instagram an Weihnachten, angetrieben von neuen Community-Features und präziseren Algorithmen.

Besonders relevant ist der Aufstieg der „Agentic AI“. Diese KI kann autonom handeln und Aufgaben ausführen. Für Nutzer heißt das: Apps werden künftig nicht nur Schlagzeilen anzeigen, sondern komplexe, sich entwickelnde Geschichten zusammenfassen, Kontextfragen beantworten und individuelle „Briefings“ basierend auf den persönlichen Interessen erstellen.

Nvidia kauft für 20 Milliarden Euro Geschwindigkeit

Die Technologie für diese Echtzeit-Erlebnisse braucht immense Rechenpower. In einer spektakulären Branchen-Übernahme bestätigte Nvidia am 26. Dezember den Kauf des Chip-Startups Groq für rund 20 Milliarden Euro. Das Deal stärkt Nvidias Dominanz im „Inference“-Bereich. Diese spezielle Verarbeitung kommt zum Einsatz, wenn ein KI-Modell eine Nutzeranfrage beantwortet oder einen Artikel in Echtzeit übersetzt.

Für den Durchschnittsnutzer verspricht das eine schnellere, flüssigere App-Erfahrung. Die Lücke zwischen einem globalen Ereignis und einer personalisierten, übersetzten und eingeordneten Benachrichtigung wird immer kleiner. Die Technologie-Rüstung für die News der Zukunft ist im Gange.

Generation Z will mit den Nachrichten sprechen

Den Wandel treiben auch die Lesegewohnheiten der Jungen voran. Ein Bericht zu Social-Trends der Generation Z hob ein Phänomen namens „KI-Spiritual Shareholder“ hervor. Junge Nutzer sehen KI nicht nur als Werkzeug, sondern als interaktiven Partner für Selbstfindung und Informationssynthese.

Das hat tiefgreifende Folgen für News-Apps. Junge Zielgruppen bevorzugen Plattformen, die „tiefgehende Interaktion“ erlauben. Sie wollen Nachrichten hinterfragen, andere Perspektiven anfordern oder Fakten sofort in der App überprüfen können. Das statische „Nur-Lesen“-Modell wird vom interaktiven „Lesen-und-Mitmachen“-Modell abgelöst. Verlage müssen ihre Schnittstellen anpassen, um diese Demografie zu halten.

Wirtschaftlich scheint der digitale Weg der richtige zu sein. Steuerdaten aus China zeigten am 25. Dezember, dass die Integration von digitaler und realer Wirtschaft robust wächst. Die Digital Industrialization wird zum zentralen Wirtschaftstreiber. Dieser globale Trend bestätigt die Strategie von Verlagen, ihre Ressourcen von physischer Logistik (Druckereien, Lieferwagen) auf digitale Infrastruktur und Inhaltsentwicklung zu verlagern.

Alles steht und fällt mit der Nutzerakzeptanz

Der Blick richtet sich nun auf Atlanta. Die erfolgreiche Migration der AJC-Abonnenten in den kommenden Wochen wird zum kritischen Fallbeispiel für die gesamte Branche. Schafft es die Kombination aus hochwertigem Journalismus und moderner App-Funktionalität, die Stammleserschaft zu binden, bietet sie eine Blaupause für die verbliebenen Druckpublikationen weltweit.

Die Ära des Zeitungsjungen geht zu Ende. Die Ära des intelligenten Nachrichtenassistenten hat gerade erst begonnen.

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