AirTag 2: Bessere Ortung, aber ohne Vision-Pro-Verknüpfung
11.02.2026 - 21:13:12Apple hat den neuen AirTag 2 mit praktischen Hardware-Upgrades ausgestattet, doch die erwartete Integration für die Vision-Pro-Brille fehlt. Das wirft Fragen zur Strategie für das Find-My-Netzwerk auf.
CUPERTINO – Der zweite Generation des AirTag, der seit Ende Januar ausgeliefert wird, erhält Lob für seine verbesserte Ortungsleistung und lautere Klingeltöne. Doch im Zentrum der Diskussion steht eine auffällige Lücke: Die fehlende Verknüpfung mit der Mixed-Reality-Brille Apple Vision Pro. Diese erwartete Funktion, über die Analysten noch 2023 spekulierten, lässt Beobachter am Tempo von Apples „Spatial Computing“-Ambitionen zweifeln.
Der AirTag 2 löst zwar viele praktische Probleme seines Vorgängers. Die Entscheidung gegen eine tiefere Ökosystem-Integration wirkt jedoch pragmatisch – und weniger visionär.
Was der neue AirTag besser kann
Die Hardware-Updates zielen direkt auf Schwachstellen des Modells von 2021. Herzstück ist ein neuer Ultra-Wideband-Chip (UWB) der zweiten Generation, wie er auch in aktuellen iPhones und Apple Watches steckt. Er verlängert die Reichweite der Präzisionssuche um bis zu 50 Prozent. In großen, vollen Räumen findet man verlorene Gegenstände so deutlich schneller.
Ein aktualisiertes Bluetooth-Modul erweitert zudem die allgemeine Reichweite innerhalb des Find-My-Netzwerks. Der interne Lautsprecher ist jetzt 50 Prozent lauter, der Warnton ist damit aus der doppelten Entfernung zu hören. Erstmals lässt sich die Präzisionssuche auch direkt von einer kompatiblen Apple Watch starten – ohne das iPhone zücken zu müssen.
Die fehlende Brücke zur Vision-Pro-Brille
Trotz der Verbesserungen dominiert ein Thema die Debatte: Die nicht realisierte Integration mit der Vision Pro. Analysten wie Ming-Chi Kuo hatten berichtet, der neue Tracker solle die räumliche Computing-Strategie von Apple stärken. Die Idee: Nutzer könnten getaggte Gegenstände einfach durch die Brille „anschauen“ und in ihrem physischen Raum lokalisieren.
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Das fertige Produkt bietet diese Funktion nicht. Die Lücke fällt umso mehr auf, da Apple sonst auf synergetische Erlebnisse zwischen seinen Geräten setzt. Die Entscheidung nährt Spekulationen, dass Apple ehrgeizige Ökosystem-Features für seine Nischen-Brille zugunsten praktischerer Updates für Massenprodukte zurückstellt. Eine nachträgliche Aktivierung per visionOS-Update ist denkbar, bleibt aber reine Spekulation.
So wird das Find-My-Netzwerk stärker
Die Architektur des crowdsource-basierten Find-My-Netzwerks bleibt zwar gleich, doch der AirTag 2 macht es effektiver. Die größere Bluetooth-Reichweite erhöht die Chance, von vorbeikommenden Apple-Geräten erfasst zu werden – ein Vorteil in weniger bevölkerten Gebieten.
Auf Software-Seite erweitert die Funktion „Standort teilen“ den Nutzen. Sie erlaubt es, den Standort eines Gegenstands sicher und zeitlich begrenzt mit Dritten zu teilen, etwa mit einer Fluglinie bei verlorenem Gepäck. Apple hat nach eigenen Angaben Partnerschaften mit über 50 Airlines geschlossen. Das zeigt den Fokus auf reale Anwendungsfälle.
Analyse: Pragmatik statt Revolution
Apples Ansatz wirkt wie eine pragmatische Verfeinerung, kein revolutionärer Sprung. Das Unternehmen konzentrierte sich darauf, die häufigsten Nutzerbeschwerden und Sicherheitsbedenken des ersten AirTags zu lösen. Der lautere Lautsprecher dient nicht nur der Auffindbarkeit, sondern ist auch eine Reaktion auf die Diskussion um Stalking und unerwünstes Tracking. Ein heimlich platziertes Gerät ist jetzt schwerer zu überhören.
Diese Fokussierung auf Kernfunktionalität und Sicherheit für Hunderte Millionen iPhone-Nutzer hatte offenbar Vorrang vor Nischenfeatures für die deutlich kleinere Vision-Pro-Community. Doch auch andere oft gewünschte Neuerungen wie ein aufladbarer Akku fehlen. Apple bleibt beim austauschbaren CR2032-Knopfzellenakku.
Blick nach vorn
Die Einführung des AirTag 2 festigt Apples Führungsposition im Markt für Item-Tracker durch solide Verbesserungen. Die Diskussion wird jedoch weiter von den ausbleibenden Features geprägt sein. Die Zukunft einer Vision-Pro-Integration hängt nun am strategischen Kurs der Brille selbst.
Fürs erste ist der AirTag 2 eine effektivere und sicherere Version seines Vorgängers, der die Macht des Find-My-Netzwerks besser nutzt. Der große Sprung ins räumliche Computing ist ausgeblieben. Die praktischen Upgrades machen ihn dennoch zum unverzichtbaren Zubehör für alle, die tief in Apples Ökosystem eingebunden sind.
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