AiMOGA, Chinesischer

AiMOGA: Chinesischer Roboter-Polizist nimmt Dienst auf

14.01.2026 - 13:44:12

Der humanoide Polizeiroboter R001 von AiMOGA steuert den Verkehr in Wuhu und markiert den Praxistest der Technologie außerhalb des Labors.

Ein menschenähnlicher Roboter von AiMOGA Robotics regelt nun den Verkehr in Wuhu. Die Premiere markiert den Sprung der Technologie vom Testlabor in den echten Stadtverkehr.

AiMOGA Robotics, eine Tochter des Autoherstellers Chery, hat seinen humanoiden „Intelligent Police Unit R001“ an einer vielbefahrenen Kreuzung in der ostchinesischen Provinz Anhui stationiert. Das Gerät soll menschliche Beamte von monotonen Aufgaben entlasten und rund um die Uhr für klare Verkehrsführung sorgen. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte am heutigen Mittwoch.

Vom Testfeld auf die Verkehrsinsel

Der Roboter mit der Bezeichnung „ZhiJing R001“ steht am Knotenpunkt von Zhongjiang Avenue und Chizhu Mountain Road. Seine Hauptaufgabe: den Verkehrsfluss lenken und Sicherheitshinweise geben. Dafür führt er standardisierte Handzeichen aus und ist mit den städtischen Ampelsystemen synchronisiert. So kann er seine Bewegungen dem Wechsel der Lichtsignale anpassen.

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„Die Einheit soll vor allem bei Stoßzeiten für Entlastung sorgen, wenn menschliches Personal stark beansprucht ist“, erklärt das Unternehmen. Der Fokus liege auf der Regulierung von Fußgängern und nicht motorisierten Fahrzeugen, die häufig gegen Verkehrsregeln verstoßen.

Harte Bedingungen für stabile Technik

Was kann der Roboter-Polizist? Seine Sensoren erfassen Straßensituationen in Echtzeit. Hochauflösende Kameras und LiDAR-Sensoren erkennen Fehlverhalten wie Falschparken oder das Überqueren bei Rot. Im Gegensatz zu statischen Kameras ist der R001 mobil und kann seine Position auf einer fest zugewiesenen Fläche anpassen, um die beste Übersicht zu haben.

Die Interaktion mit Verkehrsteilnehmern läuft über höfliche, vorab aufgezeichnete Sprachansagen. Konfrontationen sollen so vermieden werden. Ein entscheidender Vorteil: Der Roboter ist für den Dauerbetrieb unter widrigen Bedingungen konstruiert. Abgase, Lärm und wechselndes Wetter – Faktoren, die die Gesundheit menschlicher Polizisten langfristig belasten – machen ihm weniger aus.

„Menschen können sich dann auf komplexere Aufgaben konzentrieren, wie die Unfallaufnahme oder Notfalleinsätze“, so ein AiMOGA-Ingenieur.

Chinas Roboter-Boom erreicht die Städte

Die Installation in Wuhu ist Teil eines größeren Trends. In China drängen immer mehr Hersteller von Humanoid-Robotern auf den Markt für kommunale Dienstleistungen. AiMOGA selbst lieferte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 300 humanoide und 1.000 vierbeinige Roboter aus. Kürzlich schloss das Unternehmen eine Serie-A-Finanzierungsrunde ab und erhielt die EU-Zertifizierung – ein klares Signal für internationale Expansionspläne.

„Wir lernen von der Straße, nicht aus dem Labor“, betont General Manager Zhang Guibing. Der Praxistest in der unkontrollierten Öffentlichkeit sei entscheidend für die Reifung der Technologie. Der Konzernvorteil könnte in der engen Verbindung zum Mutterkonzern Chery liegen. Dessen Lieferketten und Fertigungserfahrung aus der Automobilindustrie könnten die Massenproduktion und Hardware-Zuverlässigkeit beschleunigen.

Ähnliche Pilotprojekte laufen bereits in Städten wie Hangzhou und Shenzhen. Dort testen andere Hersteller Roboter für Streifen- und Verkehrsdienst.

Wird der Roboter zum Allround-Assistenten?

Die Pläne von AiMOGA gehen über reine Verkehrsregelung hinaus. Zukünftige Updates sollen Notfall-Koordinationsfunktionen enthalten. Dann könnte der Roboter bei Unfällen oder Staus direkt mit der Leitstelle kommunizieren. Auch Echtzeit-Informationsdienste für die Bevölkerung sind angedacht. Das Ziel ist ein „Mensch-Roboter-Synergie-Modell“: Roboter übernehmen die monotonen, schmutzigen und gefährlichen Aufgaben, während der Mensch die strategische Kontrolle behält.

Der Einsatz in Wuhu wird zum Lackmustest. Gelingt hier der dauerhafte Betrieb, könnte das den Weg für humanoide Roboter in kritischen Infrastrukturaufgaben weltweit ebnen. Die Leistung des R001 wird die Debatte über Automatisierung im öffentlichen Raum 2026 maßgeblich prägen.

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