AICC liefert autonome Shuttle-Flotte für Flughäfen
14.01.2026 - 13:45:13Autonomes Fahren erreicht die Passagierlogistik: Das chinesische Unternehmen AICC hat einen Millionenauftrag für selbstfahrende Flughafen-Shuttlebusse erhalten. Die Bestellung markiert den Übergang von Testphasen zur Serienproduktion.
SHANGHAI – Der Markt für spezialisierte autonome Fahrzeuge reift. Ein Durchbruch gelang jetzt dem chinesischen Anbieter Automotive Intelligence and Control (AICC). Das Unternehmen sicherte sich einen Auftrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für seine Level-3-autonomen Shuttlebusse. Der Vertrag, bereits diese Woche unterzeichnet, bedeutet den Sprung in die serienmäßige, werksseitige Integration der Technologie. Beobachter werten dies als klares Signal: Die Nachfrage nach fahrerlosen Transportsystemen für Infrastruktur-Knotenpunkte wie Flughäfen wächst.
Vom Pilotprojekt zur Serienreife
Am 12. Januar besiegelte AICC die Vereinbarung zur Auslieferung seiner autonomen Fahrplattform für eine Flotte von Flughafen-Shuttles. Der Deal ist mehr als nur ein weiteres Testprojekt. Er stellt eine umfassende kommerzielle Validierung des AICC-Technologie-Stacks dar, der Automobilherstellern die Produktion von qualitativ hochwertigen Level-3-Fahrzeugen in Serie ermöglichen soll.
Die Kooperation basiert auf drei strategischen Säulen: intelligente Mobilität, effiziente Verbindungen und rund-um-die-Uhr-Betrieb. Ziel ist der Nachweis, dass fahrerloser Transport in komplexen, halb-geschlossenen Umgebungen wie Flughäfen nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich ist. Flughafenbetreiber und Autohersteller scheinen bereit, von Experimenten zu voll einsatzfähigen Flotten überzugehen.
Passend zum Thema KI‑gesteuerte Mobilität: Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI‑Systeme – auch Betreiber autonomer Flotten müssen Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und umfangreiche Dokumentationsanforderungen beachten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden fasst kompakt zusammen, welche Pflichten jetzt relevant sind, welche Fristen drohen und wie Entwickler sowie Infrastrukturbetreiber Compliance sicherstellen. Praktische Checklisten erleichtern die sofortige Umsetzung. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Das „Fahrzeug-Gehirn“: Die CBDES-Plattform
Herzstück der Lösung ist die von AICC selbst entwickelte Computing Base and Development System (CBDES)-Plattform. Sie fungiert als „Fahrzeug-Gehirn“ und ist Teil eines integrierten „Fahrzeug-Straße-Cloud“-Systems, das die enormen Datenverarbeitungsanforderungen der Level-3-Autonomie bewältigt.
Die technischen Spezifikationen offenbaren eine ausgeklügelte Architektur. Die Plattform nutzt einen geschichteten, entkoppelten Stack, der Hardware, Betriebssystem und Anwendungssoftware trennt. Dieser modulare Ansatz ermöglicht mehr Flexibilität und Sicherheit. Ein lokaler Haupt-Domain-Controller arbeitet mit einer Multi-Sensor-Fusion zusammen, die Daten von Kameras, Radar und weiteren Sensoren vereint. So entsteht ein robustes Sicherheitsnetz für den dynamischen Flughafenverkehr.
Die Software-Basis bildet das eigene Betriebssystem ICVOS, speziell für geschlossene, niedriggeschwindige Umgebungen optimiert. Algorithmen für Wahrnehmungsfusion, hochpräzise Lokalisierung und Entscheidungsplanung erlauben den Shuttles eine Zentimeter-genaue Navigation – unverzichtbar für enge Servicewege und volle Terminal-Zufahrten.
Cloud-Integration und Rund-um-die-Uhr-Betrieb
Die Fähigkeiten der Flotte gehen weit über einfache Punkt-zu-Punkt-Fahrten hinaus. Ein geschlossenes System verbindet die intelligente Operations-Cloud mit dem Bordcomputer. So ist eine Echtzeit-Überwachung und Datenverwaltung aus der Ferne möglich. Betreiber behalten stets den Status der Fahrzeuge und die Passagierauslastung im Blick.
Den technischen Details zufolge meistern die Shuttles eine Vielzahl komplexer Fahrszenarien ohne menschliches Zutun. Dazu gehören autonome Navigation, erweiterter Tempomat und automatische Hindernisvermeidung. Besonders bemerkenswert: Die Fahrzeuge können intelligente Spurwechsel durchführen, Kreuzungen bewältigen und automatische Andockmanöver an Terminal-Toren ausführen.
Die Effizienz steigert eine autonome Lade-Funktion. Erkennt das System einen niedrigen Batteriestand, leitet es das Fahrzeug selbstständig zur Ladestation, überwacht den Ladevorgang und bringt den Shuttle zurück in den Dienst oder parkt ihn ein. Dieses „Self-Parking“ soll Stillstandszeiten und Personalkosten deutlich senken. Das cloud-basierte Dispatcher-System optimiert zudem Routen dynamisch – angepasst an Stoßzeiten, gesperrte Fahrspuren oder Engstellen.
Industrieller Kontext: Der Robotik-Boom 2026
Der Großauftrag fällt in eine Phase des weltweiten Booms bei Robotik und Automation. Daten des International Federation of Robotics (IFR) vom Januar 2026 zeigen: Der globale Markt für Industrieroboter-Installationen erreichte einen Rekordwert von 16,7 Milliarden US-Dollar. Der IFR-Bericht „Top 5 Global Robotics Trends for 2026“ identifiziert die rasante Expansion KI-gesteuerter Autonomie als Hauptwachstumstreiber.
AICCs Erfolg spiegelt einen breiteren Trend wider: die Verschmelzung von Informationstechnologie (IT) und operativer Technologie (OT). Diese Konvergenz ermöglicht es Robotern und autonomen Fahrzeugen, zunehmend eigenständig in komplexen Umgebungen zu agieren. Waren die Jahre 2024 und 2025 noch von vorsichtigen Pilotversuchen – etwa auf den Flughäfen Seattle-Tacoma und JFK – geprägt, so scheint 2026 zum Jahr der kommerziellen Skalierung zu werden.
Der entscheidende Unterschied beim AICC-Deal liegt im Fokus auf „werksseitiger Serienproduktion“. Im Gegensatz zu nachgerüsteten Lösungen früherer Tests ist die Plattform für die Integration direkt im Fahrzeugherstellungsprozess konzipiert. Diese OEM-Integration verspricht eine höhere Zuverlässigkeit und funktionale Sicherheit – und adressiert damit eine der größten Hürden für die breite Akzeptanz.
Blaupause für intelligente Flughäfen weltweit
Die erfolgreiche Inbetriebnahme dieser L3-Shuttles könnte zur Blaupause für künftige Smart-Airport-Initiativen weltweit werden. Indem AICC beweist, dass autonome Systeme den anspruchsvollen 24/7-Betrieb eines Flughafens meistern können, positioniert sich das Unternehmen als wichtiger Infrastruktur-Partner für Luftfahrt- und Automobilindustrie.
Die Skalierbarkeit der CBDES-Plattform weist auf Anwendungen jenseits der Flughäfen hin. Das „Fahrzeug-Straße-Cloud“-Modell ließe sich an Industriegebiete, Universitätsgelände oder Hafenlogistik anpassen. Es entspricht damit der wachsenden Nachfrage nach automatisierten Supply-Chain-Lösungen. Während Automobilhersteller nach effizienten Wegen suchen, Level-3-Modelle zu entwickeln, bietet AICCs entkoppelter Software-Hardware-Stack einen straffen Weg zur Marktreife.
Vorerst steht die Lieferung der versprochenen „Smart Mobility“ für Flugreisende im Fokus. Mit unterzeichnetem Vertrag und anlaufender Produktion dürfte der Anblick fahrerloser Shuttles, die geschmeidig Terminal-Schleifen befahren, bald zum Standardbild modernen Reisens werden – angetrieben von chinesischer Innovation in autonomen Steuerungssystemen.
PS: Diese neuen KI‑Regeln können direkte Folgen für Projekte wie L3‑Shuttles haben – von Nachweispflichten bis zu ablaufenden Übergangsfristen. Sichern Sie sich das kostenlose E‑Book mit einer praktischen Schritt‑für‑Schritt‑Checkliste zur EU‑KI‑Verordnung, inkl. Anleitung zur Risikoklassifizierung und Dokumentationsvorlagen, damit Ihr Projekt regulatorisch auf der sicheren Seite bleibt. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung jetzt anfordern


