Tails, Schweizer

AI Tails: Schweizer Startup erkennt Katzenschmerz per KI

07.01.2026 - 08:43:11

Das Schweizer Startup AI Tails präsentiert eine intelligente Futterstation, die mittels Kamera und KI subtile Schmerzanzeichen bei Katzen erkennt und so präventive Gesundheitsüberwachung ermöglicht.

Ein Schweizer Startup will die Tierarztpraxis ins Wohnzimmer holen. Auf der CES 2026 in Las Vegas präsentierte AI Tails eine intelligente Futterstation, die mittels künstlicher Intelligenz und Kamera-Erkennung frühzeitig Schmerzen oder Krankheiten bei Katzen identifiziert. Das Gerät könnte die tierärztliche Versorgung vom reaktiven zum präventiven Modell wandeln.

Vom versteckten Leiden zur digitalen Diagnose

Das Kernproblem ist bekannt: Katzen sind Meister im Verbergen von Schmerzen. Oft bemerken Besitzer ein Leiden erst, wenn es bereits fortgeschritten ist. Die Station von AI Tails setzt genau hier an. Während die Katze frisst oder trinkt, analysiert eine High-Res-Kamera in Echtzeit ihre Gesichtsausdrücke.

Anzeige

Passend zum Thema KI‑gestützte Haustierdiagnostik: Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für den Einsatz von KI‑Systemen – von Risikoklassifizierung über Kennzeichnungspflichten bis zu umfangreicher Dokumentation. Gerade Startups, die Gesundheitsdaten auswerten, müssen Compliance nachweisen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten auf Entwickler und Anbieter zukommen und wie Sie Ihr System rechtssicher einordnen. Kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen

Die KI ist auf Basis der wissenschaftlich validierten „Feline Grimace Scale“ (Grimassen-Skala) trainiert. Sie erkennt minimale Veränderungen in der Ohrenstellung, der Augenpartie, der Schnauzenspannung und den Schnurrhaaren – subtile Signale, die dem menschlichen Auge meist entgehen.

Doch die Station ist mehr als nur eine Gesichtserkennung. Präzise Sensoren erfassen Gewicht, Trinkmenge und Futterverbrauch. Das System erstellt ein individuelles Gesundheitsprofil für jedes Tier. Weicht das Verhalten plötzlich ab – etwa durch geringere Wasseraufnahme – schlägt es Alarm. So könnten Erkrankungen wie Nierenprobleme oder Zahnschmerzen viel früher entdeckt werden.

Lücke im Milliardenmarkt für Haustier-Tech

Die Innovation füllt eine Lücke im smarten Haustier-Markt, der ein Volumen von über zehn Milliarden Euro hat. Bisher dominieren reine Komfort-Geräte wie automatische Futter- oder Reinigungsstationen. Echte diagnostische Fähigkeiten waren Mangelware.

„Unsere Technologie soll Besitzern lebenswichtige Gesundheits-Einblicke geben“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die dazugehörige App liefert einen täglichen Gesundheits-Score und sendet sofortige Warnungen bei Auffälligkeiten. Das Ziel: Besitzer werden früher zum Tierarzt geschickt, was Behandlungen einfacher und kostengünstiger machen kann.

Schweizer KI-Pionier auf der Weltbühne

AI Tails war Teil der offiziellen „Swisstech“-Delegation der Schweiz auf der CES. Das Startup reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Schweizer Unternehmen, die angewandte KI-Lösungen vorantreiben. Auf der Messe war ein klarer trend zu „einfühlsamer KI“ zu erkennen – also Technologie, die biologische und emotionale Bedürfnisse versteht.

Während andere Firmen Roboter-Gefährten vorstellten, setzt AI Tails konsequent auf medizinischen Nutzen. Marktbeobachter sehen darin eine Reifung der gesamten Haustier-Tech-Branche: weg von Spielereien, hin zu echten Gesundheitswerkzeugen.

Datenschutz und die Zukunft der Tierarztpraxis

Die Technologie wirft auch Fragen auf: Wer hat Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten des Haustiers? Das Gerät soll den Tierarzt nicht ersetzen, sondern als triage-Tool dienen. Die gesammelten Langzeitdaten könnten die Diagnose beim Facharzt jedoch erheblich präziser machen.

Die Entwicklung spiegelt zudem den Trend zur Vermenschlichung der Haustierpflege wider. Besitzer sind bereit, in Premium-Gesundheitsmonitoring zu investieren – ähnlich wie bei Wearables für Menschen.

Nach der Messe-Vorstellung plant AI Tails Beta-Tests für Frühjahr 2026, vermutlich in Kooperation mit Tierkliniken. Zunächst für Katzen ausgelegt, sind später auch Versionen für Hunde denkbar. Der Marktstart und die Preise für das Abo-modell der KI-Analyse sollen noch in diesem Jahr bekannt gegeben werden.

Anzeige

PS: Hersteller und App‑Betreiber im Haustier‑Tech‑Bereich sollten Datenschutz- und Kennzeichnungspflichten nicht unterschätzen. Der kostenlose Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst die wichtigsten Übergangsfristen, Transparenz- und Dokumentationspflichten sowie Anforderungen an Trainingsdaten kompakt zusammen – ideal für Gründer und Produktverantwortliche, die rechtliche Stolperfallen vermeiden wollen. Jetzt Gratis‑Leitfaden sichern

@ boerse-global.de