Nation, Deutschland

AI Nation: Deutschland bündelt seine KI-Kräfte

09.02.2026 - 18:35:12

Die bisherigen KI-Hubs Berlin und München fusionieren zur nationalen Initiative 'AI Nation'. Sie bietet einheitliche Förderprogramme, um den Transfer von Forschung in marktfähige Unternehmen zu beschleunigen.

Berlin und München schalten ihre KI-Förderprogramme zusammen – aus zwei regionalen Leuchttürmen wird eine nationale Einheit. Das Ziel: Aus Spitzenforschung sollen weltweit konkurrenzfähige Unternehmen entstehen.

Dieser strategische Zusammenschluss beendet die bisherige Zersplitterung der deutschen KI-Förderlandschaft. Unter der neuen Dachmarke „AI Nation“ agieren die bisherigen Inkubatoren K.I.E.Z. Berlin und AI+Munich nun gemeinsam. Sie bieten deutschlandweit einheitliche Programme, um den Transfer von der Forschung in den Markt radikal zu beschleunigen. Für Gründer entsteht so eine zentrale Anlaufstelle von der Idee bis zur Skalierung.

Ende der „KI-Kleinstaaterei“

Die Fusion ist das Ergebnis einer gezielten Weiterentwicklung der deutschen Start-up-Strategie. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) förderte zunächst Modellprojekte in vier Regionen. Die erfolgreichsten Hubs in Berlin und München zeigten zwar Wirkung, agierten aber weitgehend unabhängig. Diese „KI-Kleinstaaterei“, wie es in der Branche hieß, behinderte die Entfaltung des vollen Potenzials.

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Seit Anfang 2026 ist Schluss damit. „AI Nation“ bündelt die Kräfte, um Sichtbarkeit und Schlagkraft zu erhöhen. Die Initiative baut auf einer beeindruckenden Bilanz auf: Die Vorgängerprojekte begleiteten seit 2022 über 200 Start-ups, schufen mehr als 1.400 Jobs und halfen bei der Akquise von rund 160 Millionen Euro Folgefinanzierung.

Zwei Programme für jede Phase

Das Herzstück der Initiative sind zwei maßgeschneiderte Förderangebote:

Der AI Nation Grant unterstützt Teams noch vor der offiziellen Gründung. Er bietet eine eigenkapitalfreie Förderung von bis zu 54.000 Euro, bestehend aus Stipendien und Mitteln für Prototypen. Dazu kommt intensives Coaching. Ziel ist die Validierung der Idee und die Entwicklung erster Produkte. Die Bewerbungsfrist für 2026 ist zwar offiziell abgelaufen, Spätbewerbungen werden jedoch geprüft.

Für bereits gegründete Start-ups auf dem Weg zum Markteintritt gibt es den AI Nation Accelerator. Das sechsmonatige Programm bietet strategische Unterstützung, Coachings, wertvolle Kontakte und eine Förderung von bis zu 10.000 Euro zur Vorbereitung der nächsten Finanzierungsrunde.

Mehr als Geld: Souveränität und Verantwortung

„AI Nation“ ist ein strategischer Baustein für mehr digitale Souveränität. Die Abhängigkeit von außereuropäischen Tech‑Konzernen soll verringert werden. Daher werden Projekte bevorzugt, die auf Open‑Source‑Komponenten oder europäischen Cloud‑Infrastrukturen aufbauen und zur technologischen Unabhängigkeit beitragen.

„Wir müssen Forschung schneller in Wertschöpfung überführen“, betont Laura Möller, Leiterin des Berliner Standorts. Ihre Münchner Kollegin Frizzi Engler‑Hamm ergänzt: „Unser Ziel ist es, KI ‚made in Germany‘ zu einem global sichtbaren Gütesiegel für nachhaltige und verantwortungsvolle Lösungen zu machen.“ Gesucht werden Teams mit wissenschaftlicher Tiefe, die an echten gesellschaftlichen oder ökologischen Problemen arbeiten.

Ein klares Signal zum richtigen Zeitpunkt

Die Bündelung kommt in einer entscheidenden Phase des globalen KI‑Wettlaufs. Deutschland muss sicherstellen, dass seine innovativen Ideen nicht in den Laboren stecken bleiben. Die Fokussierung auf die starken Standorte Berlin und München ist ein pragmatischer erster Schritt, um schnell internationale Sichtbarkeit zu erreichen.

Für Gründer sendet „AI Nation“ ein starkes Signal: Die Kombination aus finanzieller Unterstützung ohne Anteilsabgabe, praxisnahem Coaching und einem Elite‑Netzwerk macht den Innovationsstandort Deutschland attraktiver. Bei Erfolg könnte das Modell auf weitere Technologiezentren ausgeweitet werden. Der nächste Förderzyklus startet voraussichtlich 2027.

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