AGTCM-Forschungspreis: Letzte Chance für Bewerbungen bis 30. Januar
15.01.2026 - 02:54:12Die Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (AGTCM) sucht erstmals die beste praxisnahe Forschungsarbeit. Mit dem neu geschaffenen AGTCM-Forschungspreis will der Verband die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Deutschland fördern. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro, gestiftet von der langjährigen früheren Vorsitzenden Dr. Martina Bögel-Witt und ihrem Ehemann. Die Verleihung ist für Mai 2026 auf dem TCM-Kongress in Rothenburg geplant.
Brücke zwischen Forschung und Therapie schlagen
Anders als rein theoretische Studien zielt der Preis explizit auf Arbeiten ab, die einen direkten Nutzen für die therapeutische Praxis haben. „Der Preis gibt uns ein wirksames Instrument, um Forschende zu würdigen und zu motivieren, die sich mit praktischen TCM-Themen befassen“, erklärt AGTCM-Vorsitzende Birgit Ziegler. Die Kernfrage für die Fachjury lautet: Wie lassen sich neue Erkenntnisse oder verbesserte Techniken effektiv in die Patientenversorgung integrieren?
Bewerben können sich Ärzte, Heilpraktiker und internationale TCM-Therapeuten. Zugelassen sind sowohl klinische Studien als auch Fallstudien nach CARE-Richtlinien, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen wurden.
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Wissenschaft als strategischer Pfeiler
Die Einführung des Forschungspreises ist Teil einer breiteren Initiative der AGTCM. Sie will die wissenschaftliche Basis der Chinesischen Medizin in Europa stärken. Das zeigt auch der 57. TCM-Kongress Rothenburg vom 12. bis 15. Mai 2026. Er steht unter dem Motto „Lebensphasen – geschlechtsspezifische Krankheits- und Schmerzmuster“ und widmet dem Thema einen ganzen „TCM Research Day“ am 15. Mai.
Parallel zum neuen Hauptpreis vergibt der Kongress weiterhin den etablierten „AGTCM Posterpreis“. Damit werden die drei besten wissenschaftlichen Poster des Kongresses mit insgesamt 600 Euro prämiert. Die Postersession bietet Forschenden aller Disziplinen eine Bühne für den Austausch mit dem Fachpublikum.
Zeichen für eine reifende Branche
Beobachter deuten diese Initiativen als Zeichen für einen Reifeprozess der TCM-Branche im Westen. Es gehe nicht mehr nur um die Weitergabe traditionellen Wissens, sondern zunehmend um die Integration moderner wissenschaftlicher Standards. Durch die Auszeichnung hochwertiger klinischer Arbeiten und Fallberichte will die AGTCM eine robustere Datengrundlage schaffen. Diese soll die Wirksamkeit von Behandlungen wie Akupunktur oder chinesischer Kräutermedizin besser belegbar machen.
Nach dem Bewerbungsschluss am 30. Januar 2026 sichtet die Jury die Einreichungen. Die Bekanntgabe des Preisträgers oder der Preisträgerin erfolgt dann im Mai auf dem Kongress. Für die TCM-Community ist die Auszeichnung mehr als ein finanzieller Anreiz. Sie ist eine formelle Anerkennung der intellektuellen Arbeit, die nötig ist, um das Fach in einem modernen Gesundheitswesen weiterzuentwickeln.


