Agrardiesel, Volle

Agrardiesel: Volle Steuerermäßigung ab sofort zurück

01.01.2026 - 17:00:12

Die komplette Steuererstattung für Agrardiesel ist ab heute wieder in Kraft. Die Rücknahme der geplanten Abschaffung bringt der Landwirtschaft jährlich rund 430 Millionen Euro.

Berlin – Mit einem klaren politischen Kurswechsel startet die deutsche Landwirtschaft ins neue Jahr. Ab heute, dem 1. Januar 2026, gilt wieder die volle Agrardieselvergütung in Höhe von 21,48 Cent pro Liter. Die Ampel-Regierung hatte die Subvention schrittweise gekürzt und ihre vollständige Abschaffung für heute vorgesehen. Die neue Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) macht diese Pläne nun rückgängig – und geht sogar noch einen Schritt weiter.

Die Änderung des Energiesteuergesetzes ist mehr als eine simple Rückkehr zum alten Stand. Sie modernisiert die Förderung und stellt Betriebe vor neue administrative Aufgaben.

Die finanzielle Entlastung ist erheblich. Nach den Kürzungen auf zuletzt nur noch 6,44 Cent pro Liter im Jahr 2025 springt die Erstattung nun wieder auf das ursprüngliche Niveau. Für einen durchschnittlichen Landwirtschaftsbetrieb bedeutet das laut Schätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) etwa 2.790 Euro mehr Liquidität pro Jahr. Energieintensive Großbetriebe profitieren deutlich stärker.

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Die größte Neuerung betrifft den Fördersatz selbst: Erstmals werden auch alternative Kraftstoffe wie Hydrierte Pflanzenöle (HVO) von der Steuerermäßigung erfasst. Damit will die Politik den Umstieg auf klimafreundlichere Antriebe unterstützen, ohne die Betriebe finanziell zu belasten. Für Buchhalter und Steuerberater heißt das: Ab sofort muss der Kraftstoffverbrauch genau nach fossilen und erneuerbaren Quellen getrennt erfasst werden.

Digitale Pflicht und politisches Signal

Der Antragsweg bleibt ausschließlich digital. Über das Zollportal können Betriebe die Erstattung für das Verbrauchsjahr 2026 beantragen – die Abrechnung erfolgt dann 2027. Eine gültige ELSTER-Zertifizierung ist dafür zwingend erforderlich. Papieranträge werden nicht mehr angenommen.

Politisch ist die Wiedereinführung ein deutliches Signal an den ländlichen Raum. Sie erfüllt ein zentrales Versprechen der Regierung Merz und reagiert auf die massiven Bauernproteste vom Januar 2024. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach von der Korrektur eines „Fehlers“ der Vorgängerregierung, der die Planungssicherheit und letztlich die heimische Lebensmittelproduktion gefährdet habe.

Die Finanzierung in Höhe von rund 430 Millionen Euro jährlich ist im Einzelplan 60 des Bundeshaushalts gesichert und soll nicht zu Lasten anderer Agrarprogramme gehen.

Zwischen Kostendruck und Klimazielen

Die Rückkehr zur vollen Agrardieselvergütung stabilisiert die Produktionskosten in einer ohnehin angespannten Branche. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte stets betont, dass die Kürzungen deutsche Betriebe im europäischen Wettbewerb benachteiligten.

Doch die Einbeziehung von HVO zeigt auch den Spagat der Politik: Sie muss wirtschaftliche Entlastung mit den ambitionierten Klimazielen der EU in Einklang bringen. Experten rechnen damit, dass die Nachweispflichten für „nachhaltige“ Kraftstoffe in Zukunft noch strenger werden könnten, etwa durch Herkunftsnachweise.

Für die meisten Landwirte steht heute jedoch die unmittelbare Erleichterung im Vordergrund. Die unsichere Phase der Kürzungen ist beendet. Die Branche erhält die dringend benötigte Planungssicherheit für das Jahr 2026 – auch wenn der Verwaltungsaufwand leicht steigt.

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