AGIBOT, Exporteur

AGIBOT wird größter Exporteur von Humanoid-Robotern

16.02.2026 - 13:52:12

Der chinesische Hersteller AGIBOT ist nach Stückzahlen weltweit führender Exporteur humanoider Roboter und expandiert nach Thailand. US-Firmen wie Apptronik sammeln derweil Milliarden für den Wettlauf um die physische KI.

Chinas Roboterhersteller AGIBOT hat sich zum weltweit größten Exporteur von Humanoid-Robotern aufgeschwungen. Das Unternehmen expandiert zeitgleich nach Südostasien. Währenddessen sichern sich US-Konkurrenten Milliarden-Investitionen für die nächste Runde im Wettlauf um die „physische KI“.

Die globale Landschaft der intelligenten Robotik erlebt eine Zeitenwende. Der chinesische Hersteller AGIBOT beansprucht für sich den Titel des weltweit führenden Exporteurs von Humanoid-Robotern nach Stückzahlen. Diese Entwicklung markiert die rapide Reifung des Sektors. Parallel kündigte das Unternehmen seinen Markteintritt in Thailand an – einen strategischen Schritt für die globale Expansion.

Chinas AGIBOT setzt auf Massenexport

Laut Daten des Forschungsunternehmens Omdia lieferte AGIBOT im Jahr 2025 über 5.100 humanoide Roboter aus. Diese Menge sichert dem Shanghaier Unternehmen die Spitzenposition bei Auslieferungen und Marktanteil für das vergangene Jahr. Die Expansion nach Thailand soll nun das Wachstum beschleunigen.

Dort kommen bereits AGIBOTs „A2“-Modelle zum Einsatz. Sie wurden erst künzlich bei einer Feier zum Mondneujahr in der chinesischen Botschaft präsentiert. Nun sollen sie in den Bereichen Tourismus, Gastgewerbe und öffentlicher Dienst eingesetzt werden. „Die digitale Transformation Thailands schafft ein ideales Umfeld für den Einsatz universeller Roboter“, erklärt Abel Deng, Präsident der Asien-Pazifik- und Nahost-Region bei AGIBOT.

Technische Grundlage ist die firmeneigene „1 Roboter-Körper + 3 Intelligenzen“-Architektur. Sie kombiniert Interaktion, Manipulation und Fortbewegung und soll den Einsatz in der realen Welt ermöglichen.

US-Konkurrenz sammelt Milliarden-Kapital ein

Während AGIBOT auf Volumen setzt, rüsten sich amerikanische Wettbewerber mit frischem Kapital für die nächste Generation der Robotik. Das in Austin ansässige Unternehmen Apptronik schloss kürzlich eine Aufstockung seiner Serie-A-Finanzierungsrunde um 520 Millionen US-Dollar ab. Damit beläuft sich die Gesamtsumme dieser Runde auf über 935 Millionen Dollar.

Zu den Investoren zählen bestehende Unterstützer wie Mercedes-Benz und neue Partner wie der Landmaschinenhersteller John Deere. Dies unterstreicht das wachsende Interesse der Industrie an humanoider Arbeitskraft. Apptronik will das Kapital nutzen, um die Produktion seines Apollo-Roboters hochzufahren. Das Modell stößt auf großes Interesse bei Logistik- und Fertigungspartnern.

Die Kapitalmärkte unterstützen aber nicht nur die Hardware. Die KI-Forschung erhält gewaltige Summen. Das auf KI-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Anthropic sammelte weitere 30 Milliarden Dollar ein. Die Bewertung des Unternehmens erreicht damit die astronomische Höhe von 380 Milliarden Dollar. Diese Mittel sollen die Entwicklung fortschrittlicher „Vision-Sprache-Handlung“-Modelle (VLA) beschleunigen. Sie dienen als kognitive Gehirne für immer autonomere Roboter.

Führungswechsel bei Boston Dynamics

In einer weiteren bedeutenden Entwicklung gab der Robotik-Pionier Boston Dynamics einen Führungswechsel bekannt. CEO Robert Playter wird sein Amt Ende Februar niederlegen. Playter hatte das Unternehmen durch seine Kommerzialisierungsphase und die Übernahme durch Hyundai geführt.

Interimsnachfolgerin wird Amanda McMaster, bisherige Finanzchefin des Unternehmens. Der Wechsel kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen rollt derzeit seinen vollelektrischen Atlas-Roboter in der Automobilfertigung aus. Unter Playter gelang der Wandel vom Forschungslabor zum kommerziellen Anbieter. Produkte wie der vierbeinige Spot oder der Stretch-Roboter fanden breite Anwendung.

KI und Robotik verschmelzen

Die zeitliche Häufung dieser Meldungen zeigt: Die Branche bewegt sich von Prototypen zu Masseneinsatz und kommerzieller Tragfähigkeit. Die Veröffentlichung von OpenAIs GPT-5.3-Codex-Spark-Modell unterstreicht diese Dynamik auf Software-Ebene. Solche KI-Modelle werden zunehmend direkt in Robotersteuerungen integriert. Das ermöglicht es Maschinen, natürliche Sprachbefehle zu verstehen und sich mit minimaler Programmierung an unstrukturierte Umgebungen anzupassen.

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Analysten sehen 2026 als das Jahr der „physischen KI“. Die kognitiven Durchbrüche der letzten zwei Jahre erhalten nun geschickte Körper, die nützliche Arbeit verrichten können. Während AGIBOT die Massenproduktion demonstriert, sichern sich US-Firmen das Kapital für den Wettbewerb. Das Rennen um den Markt für universelle Roboter ist in eine neue, intensivere Phase eingetreten.

Ausblick: Der Wettlauf um den Einsatz beginnt

Für die zweite Hälfte des Jahres 2026 erwarten Branchenbeobachter „Einsatz-Kriege“. Unternehmen werden über Pilotprojekte hinausgehen und ganze Roboter-Flotten in Betrieb nehmen. Mit AGIBOTs aggressiver Expansion in Südostasien und Apptroniks gestärkter Finanzkraft wird sich der Wettbewerb auf zwei Felder konzentrieren: die Skalierbarkeit der Fertigung und die Zuverlässigkeit der KI in unvorhersehbaren Alltagsszenarien.

Derzeit haben asiatische Hersteller die Nase vorn bei Stückzahlen und Hardware-Kosteneffizienz. Westliche Firmen hingegen führen bei den hochentwickelten KI-Modellen für komplexe Denkaufgaben. Diese Grenze könnte jedoch verschwimmen. Durch grenzüberschreitende Partnerschaften und globale Lieferketten entsteht ein immer integrierterer und wettbewerbsintensiverer Ökosystem für Robotik.

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