AgeTech: 2,8 Millionen gegen digitale Ausgrenzung
29.11.2025 - 09:01:12Kanadisches Forschungszentrum fördert acht AgeTech-Startups mit Millionenbetrag, um digitale Kluft für ältere Menschen zu überwinden und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Die Kluft wird größer. Während ältere Menschen zunehmend von digitalen Diensten abhängen, entgleitet ihnen die Technik. Doch nun reagieren Investoren: Das kanadische Centre for Aging + Brain Health Innovation (CABHI) pumpt 2,8 Millionen Euro in Start-ups, die Seniorentechnologie zugänglich machen sollen. Die Frage bleibt: Kommt die Hilfe rechtzeitig?
Die Nachrichten dieser Woche zeichnen ein drastisches Bild. Am Donnerstag veröffentlichte Studien aus den USA und Australien belegen: Die digitale Spaltung trifft Senioren härter denn je – besonders jene mit Behinderungen. Einen Tag später kam die Antwort aus Toronto: Frisches Kapital für acht Unternehmen, die den Rückstand aufholen sollen.
Innovation ohne Inklusion?
Der Report von SavingAdvice.com trägt einen provokanten Titel: “The Technology Divide No One Is Solving for Aging Americans” – die technologische Kluft, die niemand für alternde Amerikaner löst. Die Analyse vom 27. November bringt es auf den Punkt: Während Tech-Konzerne KI-Begleiter und Smart-Home-Gadgets auf den Markt werfen, übersehen sie fundamentale Hürden. Nachlassende Sehkraft, kognitive Veränderungen, knappe Renten – all das spielt in den Entwicklungsabteilungen kaum eine Rolle.
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“Innovation wird oft als Fortschritt gefeiert, aber für Senioren kann sie sich wie Verlassenwerden anfühlen”, heißt es im Report. Banking, Gesundheitsportale, Behördengänge – alles wird digital. Wer mit komplexen Benutzeroberflächen nicht zurechtkommt oder sich die neuesten Geräte nicht leisten kann, bleibt außen vor.
Zeitgleich lieferte COTA Victoria, eine Interessenvertretung für ältere Australier, ernüchternde Zahlen nach. Ihr Briefing “Digital Inclusion for Older Australians with a Disability” zeigt: Die digitale Teilhabe sinkt “signifikant und stetig” von der mittleren Lebensphase bis ins hohe Alter.
Besonders brisant: Behinderung wirkt als “Kraft-Multiplikator” für digitale Ausgrenzung. “Behinderung erhöht das Risiko digitaler Ausgrenzung in der gesamten alternden Bevölkerung erheblich”, warnen die Autoren und fordern dringende politische Maßnahmen.
Kanada investiert in Gehirngesundheit
Am Freitag folgte die Reaktion. Das Centre for Aging + Brain Health Innovation (CABHI) in Toronto gab bekannt, 2,8 Millionen kanadische Dollar (rund 1,9 Millionen Euro) an acht Unternehmen und Forschungsteams zu verteilen. Das Geld fließt über das “Fuel”-Programm und soll Lösungen voranbringen, die Senioren ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen – mit besonderem Fokus auf kognitive Gesundheit.
“Kanada altert schneller als je zuvor, und wir müssen in Gehirngesundheit und gesundes Altern investieren, um Kanada stark aufzubauen”, erklärte Dr. Allison Sekuler, Präsidentin und Chefwissenschaftlerin von CABHI.
Die Förderung zielt auf die “Innovationslücke” – jene kritische Phase, in der vielversprechende Prototypen oft scheitern, weil das Kapital ausgeht. Statt Consumer-Technik einfach für Senioren umzuetikettieren, sollen praktische, getestete AgeTech-Produkte entstehen, die auf die Realität des Alterns zugeschnitten sind: kognitive Veränderungen, Mobilitätseinschränkungen, intuitive Bedienung.
Die Paradoxie der Silbernen Wirtschaft
Der Markt ist riesig. Beim AgeTech Connect Summit Mitte November in Atlanta drehte sich alles um die “Longevity Economy”, die sämtliche Branchen umkrempelt – von Immobilien bis Einzelhandel. Globale Prognosen sehen den AgeTech-Markt auf dem Weg zu zweistelligen Milliardenbewertungen.
Doch die Kluft zwischen Marktpotenzial und Nutzerrealität bleibt bestehen. “Wir erleben ein Paradoxon”, analysiert SavingAdvice. “Die Technologie ist schlauer denn je, aber die Nutzererfahrung für einen 80-Jährigen ist oft verwirrender als vor fünf Jahren.”
Der Wechsel von physischen Knöpfen zu Touchscreens, jetzt zu Sprach- und KI-Schnittstellen, erfordert ständiges Umlernen. Was für Digital Natives selbstverständlich ist, beansprucht bei Senioren kognitive Reserven, die oft schon knapp sind.
Das “Boomer-Sicherheitspaket” von morgen
Für 2026 prognostizieren Experten einen Wandel: weg vom “Gadget-first”-Ansatz, hin zu “Service-first”-Modellen. Die Branche spricht vom “Boomer Safety Bundle” – integrierte Ökosysteme, die Sturzerkennung, Fernüberwachung und KI-Begleitung zu passiven, nicht-aufdringlichen Diensten verschmelzen. Keine komplexe Bedienung mehr, sondern nahtlose Integration im Hintergrund.
Die Dringlichkeit ist akut. Die ersten Babyboomer werden 2026 achtzig Jahre alt. Das “Interface-Problem” muss gelöst werden – nicht in fünf Jahren, sondern jetzt. Die neue Finanzierung von CABHI deutet darauf hin, dass Investoren und Regierungen verstehen: Hardware-Innovation allein reicht nicht. Die nächste Stufe von AgeTech muss Barrierefreiheit und intuitive Nutzung in den Mittelpunkt stellen.
Kann das Team den Negativtrend stoppen? COTA Victoria brachte es auf den Punkt: “Digitale Inklusion bedeutet nicht nur Zugang. Es geht darum, allen die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen und teilzuhaben.” Das Rennen läuft. Die Technologie von morgen darf Senioren nicht nur überwachen – sie muss sie befähigen.
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