Adipositas-Prävention, Experten

Adipositas-Prävention: Experten fordern Systemwechsel

23.01.2026 - 16:51:12

Die Bekämpfung von Übergewicht bei Jugendlichen braucht einen neuen Ansatz. Experten fordern, stärker soziale und umweltbedingte Faktoren in den Blick zu nehmen. Denn individuelle Appelle allein reichen nicht aus, um die wachsende Zahl betroffener Heranwachsender zu senken.

Aktuelle Analysen zeigen: Der sozioökonomische Status, das schulische Umfeld und digitale Einflüsse prägen das Adipositas-Risiko maßgeblich. Die Zahlen sind alarmierend. Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnete bereits vor Jahren bei etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen Übergewicht oder Adipositas. Wer in jungen Jahren betroffen ist, bleibt es häufig ein Leben lang – mit erhöhtem Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Die Daten sprechen eine klare Sprache: Heranwachsende aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status sind deutlich häufiger betroffen. Eine Studie der DAK-Gesundheit aus 2023 zeigte, dass bei ihnen die Diagnose Adipositas rund 36 Prozent häufiger gestellt wurde.

Die Gründe sind vielfältig:
* Ernährung: Gesunde, frische Lebensmittel sind oft teurer und schwerer verfügbar als energiereiche Fertigprodukte.
* Umfeld: Bewegungsfreundliche Wohnviertel mit Parks und sicheren Spielplätzen sind in sozial benachteiligten Stadtteilen seltener.

Experten fordern daher Maßnahmen, die über individuelle Ratschläge hinausgehen. Die Bekämpfung dieser gesundheitlichen Ungleichheit sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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Schule als Schlüsselort der Prävention

Schulen gelten als zentraler Hebel, um alle Jugendlichen zu erreichen. Eine gesunde Schulverpflegung, mehr Bewegung im Alltag und gezielte Bildungsinhalte können viel bewirken. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Teilnahme an der Schulspeisung das Übergewichtsrisiko senken kann.

Pädiatrische Verbände fordern eine bessere Versorgung für die geschätzt 800.000 betroffenen Kinder und Jugendlichen. Dazu gehören auch neue Disease-Management-Programme. Doch was passiert nach dem Schulhof?

Der digitale Druck von TikTok & Co.

Soziale Medien prägen das Essverhalten und Körperbild junger Menschen massiv. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien belegt: Werbung für ungesunde Snacks und der Einfluss von Influencern erhöhen das Risiko für Übergewicht.

Jugendliche werden gezielt mit Marketing für zucker- und fettreiche Produkte konfrontiert – parallel zu oft unrealistischen Körperidealen. Dieser digitale Druck kann zu ungesunder Ernährung und psychischen Belastungen führen. Experten fordern deshalb mehr Medienkompetenz für Jugendliche und diskutieren strengere Werberegeln.

Vom Einzelnen zum System: Ein Paradigmenwechsel

Die Fokussierung auf soziale Faktoren markiert einen Kurswechsel. Statt allein auf die Eigenverantwortung des Einzelnen zu setzen, erkennen Politik und Wissenschaft nun die Macht der äußeren Umstände. Organisationen wie die WHO fordern verhältnispräventive Maßnahmen.

Dazu zählen politische Instrumente wie:
* Abgaben auf zuckerhaltige Getränke, wie sie in anderen Ländern bereits Wirkung zeigen.
* Steuerliche Entlastungen für gesunde Lebensmittel.

Der Ansatz, betroffenen Familien die Schuld zuzuweisen („Victim Blaming“), wird klar abgelehnt. Stattdessen müsse man verstehen, warum gesunde Entscheidungen in schwierigen Lagen schwerer fallen.

Appell an die Politik: Ressortübergreifend handeln

Fachgesellschaften wie die Deutsche Adipositas-Gesellschaft fordern einen integrierten Ansatz. Adipositas-Prävention müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, die Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und Städtebaupolitik gleichermaßen betrifft.

Konkrete Forderungen sind die Verankerung von Gesundheitsförderung in Kitas und Schulen, die Schaffung bewegungsfreundlicher Städte und ein besserer Therapiezugang. Ohne entschlossenes Handeln, so Prognosen, könnte bis 2050 ein erheblicher Teil der jungen Menschen in Deutschland von Übergewicht betroffen sein. Die Zeit für Appelle ist vorbei – es braucht Taten.

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