ACI-System: Ab 2026 Pflicht für alle Luftfracht nach Ägypten
28.01.2026 - 08:30:12Ab dem Jahreswechsel müssen auch Luftfracht-Sendungen nach Ägypten digital vorangemeldet werden. Für deutsche Exporteure bedeutet das neue Pflichten – und die Frist zur Vorbereitung läuft.
Das Advanced Cargo Information (ACI)-System, das für Seefracht bereits etabliert ist, wird ab dem 1. Januar 2026 auf den Luftverkehr ausgeweitet. Ziel der ägyptischen Behörden ist eine schnellere Zollabfertigung und mehr Sicherheit in der Lieferkette. Für Unternehmen, die Waren per Flugzeug nach Ägypten exportieren, wird die Einhaltung der neuen Vorgaben zur zwingenden Voraussetzung für reibungslose Lieferungen.
Das ACI-System ist das Herzstück der ägyptischen Zollreform. Es basiert auf dem Zollgesetz 207/2020 und erfordert die elektronische Vorabmeldung aller Frachtdaten. So können die Behörden Risiken analysieren, noch bevor die Ware im Land eintrifft. Die Vorteile versprechen kürzere Standzeiten an Flughäfen und eine transparentere Abwicklung.
Die technische Umsetzung erfolgt über zwei verknüpfte Plattformen: Das nationale Portal Nafeza für den ägyptischen Importeur und die Blockchain-Plattform CargoX für den Exporteur. Über diese Systeme werden Sendungsdaten und Dokumente sicher ausgetauscht und ein digitaler Papierweg geschaffen.
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Schritt-für-Schritt: So funktioniert der neue Prozess
Der Ablauf beginnt beim Empfänger in Ägypten und erfordert enge Abstimmung. Wer die Schritte kennt, vermeidet teure Verzögerungen.
1. Doppel-Registrierung ist Pflicht
Der ägyptische Importeur muss sich und seine Partner auf Nafeza registrieren. Das exportierende Unternehmen benötigt parallel ein Konto auf der CargoX-Plattform. Bereits für Seefracht genutzte Konten sind gültig. Wichtig: Bei CargoX sollte die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angegeben werden.
2. Die magische Nummer: ACID
Noch vor dem Versand reicht der Importeur die Sendungsdaten bei Nafeza ein. Das System generiert daraufhin eine 19-stellige ACID-Nummer (Advance Cargo Information Declaration). Diese dient als einzigartiger Schlüssel für die gesamte Sendung.
3. Nummer vermerken und Dokumente hochladen
Die ACID-Nummer wird automatisch an den Exporteur übermittelt. Sie muss gut sichtbar auf allen Versanddokumenten stehen: auf der Handelsrechnung, der Packliste und dem Luftfrachtbrief (Air Waybill). Der Exporteur muss die digitalisierten Dokumente dann vor Abflug des Flugzeugs über CargoX hochladen. Ohne gültige ACID-Nummer wird die Ware an der Grenze abgewiesen und auf Kosten des Versenders zurückgeschickt.
Kritische Fristen und Fallstricke für die Praxis
Die Einführung für Luftfracht wurde mehrfach verschoben, ist nun aber verbindlich. Eine zentrale Anforderung ist der Zeitpunkt der Datenübermittlung: Die Dokumente müssen mindestens 48 Stunden vor dem geplanten Abflug bei CargoX eingereicht sein.
Ausnahmen gelten nur für Express-Sendungen unter 50 Kilogramm und einem Warenwert von maximal 2.000 US-Dollar. Eine häufige Herausforderung für europäische Exporteure ist die Angabe des ägyptischen HS-Codes. Während in der EU 8-stellige Codes üblich sind, verlangt Ägypten eine 10-stellige Nummer. Hier ist eine genaue Abstimmung mit dem Importeur unerlässlich.
Mehr Aufwand heute für mehr Effizienz morgen
Die Umstellung bedeutet zunächst zusätzliche Arbeit. Unternehmen müssen Prozesse anpassen, Mitarbeiter schulen und die Kommunikation mit ihren ägyptischen Partnern intensivieren. Die Nutzung von CargoX ist zudem mit Gebühren verbunden, die in die Kalkulation einfließen müssen.
Langfristig verspricht das System jedoch Vorteile: Durch die frühe Risikoprüfung können Probleme noch vor dem Versand geklärt werden. Das führt zu schnelleren Abfertigungszeiten und mehr Planungssicherheit. Erfahrungen aus der Seefracht zeigen, dass die Prozesse nach einer Einarbeitungsphase gut beherrschbar sind.
Jetzt handeln, um 2026 startklar zu sein
Die verbleibende Zeit bis zum Stichtag sollte proaktiv genutzt werden. Die Empfehlung lautet: Nicht bis Ende 2025 warten. Unternehmen sollten sich frühzeitig auf CargoX registrieren und die neuen Abläufe mit Importeuren und Spediteuren testen.
Mittelfristig plant Ägypten, den Papieraufwand weiter zu reduzieren. Exporteure sollten die Entwicklungen im Auge behalten und Informationsangebote von Institutionen wie der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer (AHK) nutzen. Wer sich jetzt vorbereitet, profitiert ab 2026 von einem effizienteren Handel mit dem wichtigen nordafrikanischen Markt.
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