Gedanken, Bilder

7-Tesla-MRT rekonstruiert Gedanken als Bilder

05.02.2026 - 20:30:12

Forscher übersetzen Gehirnaktivität mit ultrahohen Magnetfeldern und KI in visuelle Vorlagen. Die Technologie könnte Kommunikationsstörungen behandeln und Gehirn-Computer-Schnittstellen revolutionieren.

Der Schlüssel liegt in 7-Tesla-fMRT-Scannern. Sie bieten im Vergleich zu klinischen 1,5- oder 3-Tesla-Geräten eine überlegene räumliche Auflösung. So erfassen sie selbst feinste Aktivitätsänderungen in kleinen Hirnarealen. Gemessen wird der sogenannte BOLD-Effekt – die Veränderung des Blutsauerstoffgehalts bei neuronaler Aktivität.

Der Rekonstruktionsprozess nutzt maschinelles Lernen. Ein KI-Modell lernt zunächst den Zusammenhang zwischen gezeigten Bildern und der gemessenen Gehirnaktivität. Später kann es allein anhand der Hirnscans rekonstruieren, was eine Person vor ihrem geistigen Auge sieht.

Die Herausforderung: Die Algorithmen müssen riesige Datenmengen verarbeiten und subtile Musterunterschiede erkennen. Fortschritte hier haben die Bildqualität in den letzten Jahren deutlich gesteigert.

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Die Hürde der Echtzeit-Dekodierung

Dennoch steht die Forschung vor großen Aufgaben. Eine Hauptschwierigkeit ist die zeitliche Verzögerung des BOLD-Signals. Es tritt Sekunden nach der eigentlichen Nervenaktivität auf. Eine flüssige Echtzeit-Visualisierung von Gedankenströmen ist damit noch nicht möglich.

Zudem ist die Interpretation der fMRT-Daten selbst umstritten. Eine kürzliche Studie zeigte, dass der Zusammenhang zwischen Sauerstoffgehalt und neuronaler Aktivität komplexer ist als gedacht.

Medizinische Hoffnung und nächste Schritte

Die Technologie hat weitreichende Potenziale:
* In der Psychiatrie könnte sie helfen, die Grundlagen von Halluzinationen bei Schizophrenie zu verstehen.
* Für Gehirn-Computer-Schnittstellen ist sie ein entscheidender Schritt. Gelähmte Patienten könnten so über Gedanken kommunizieren.
* Die Präzision hilft auch bei der Erforschung von Krankheiten wie Alzheimer oder Multipler Sklerose.

Die Zukunft hängt von noch leistungsfähigerer Hardware und KI ab. Weltweit wird an Scannern mit über 11 Tesla geforscht. Das nächste große Ziel: die Rekonstruktion dynamischer „Gedankenfilme“. Bis zum klinischen Alltag ist es jedoch noch ein weiter Weg.

@ boerse-global.de