Pilotprojekte, Produktivität

4-Tage-Woche erreicht die deutsche Industrie

08.02.2026 - 16:09:11

Pilotprojekte belegen stabile Produktivität bei reduzierter Arbeitszeit. Die 4-Tage-Woche wird zum zentralen Thema für Tarifverhandlungen in der Industrie.

Die Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle hat die deutsche Industrie erreicht. Speziell das 4-Tage-Block-Modell rückt für Produktions- und Schichtbetriebe in den Fokus. Jüngste Pilotprojekte zeigen: Die verkürzte Woche kann auch hier funktionieren.

Doch wie wirkt sich die Umstellung auf Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit aus? Während Gewerkschaften wie die IG Metall das Thema vorantreiben, bleiben viele Betriebe angesichts des Fachkräftemangels noch zurückhaltend.

Vom Büro an die Werkbank: Wie die Modelle funktionieren

Im Kern geht es um die Umverteilung oder Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf vier Tage. In der Industrie sind Blockmodelle relevant: Teams arbeiten in konzentrierten Phasen, gefolgt von längeren Freiblöcken.

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  • Ein Modell verteilt die klassischen 40 Stunden auf vier längere Arbeitstage.
  • Die vieldiskutierte Variante ist das „100-80-100-Modell“: 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit bei vollem Lohnausgleich.

Diese Umstellung erfordert eine komplette Reorganisation. Schichtpläne, Maschinenlaufzeiten und Teamübergaben müssen neu gedacht werden. Die Herausforderung: Die Produktivität soll trotz kürzerer Anwesenheit steigen – etwa durch weniger Meetings und digitalisierte Abläufe.

Pilotprojekte belegen: Weniger Stress, stabile Produktivität

Ein großes Pilotprojekt, das 2024 startete und von der Universität Münster begleitet wurde, liefert klare Ergebnisse. 41 bis 45 Unternehmen aus verschiedenen Branchen nahmen teil.

Die Resultate sind deutlich:
* Die Mitarbeiter berichteten von weniger Stress- und Burnout-Symptomen.
* Die physische und mentale Gesundheit verbesserte sich.
* Die Produktivität blieb stabil oder stieg sogar leicht an.

Über 70 Prozent der beteiligten Firmen planen, die 4-Tage-Woche dauerhaft beizubehalten. Ein weiterer Effekt: Die Attraktivität als Arbeitgeber stieg spürbar.

Die großen Hürden: Fachkräftemangel und Organisationsaufwand

Trotz der positiven Signale ist die flächendeckende Einführung mit Hürden verbunden. Unternehmensverbände warnen vor dem verschärften Fachkräftemangel und dem hohen organisatorischen Aufwand. In Betrieben mit kontinuierlicher Fertigung fürchten viele Produktionsausfälle.

Laut einer Ifo-Umfrage bietet bisher nur ein kleiner Teil der deutschen Unternehmen eine 4-Tage-Woche an – oft mit Gehaltsreduzierung oder längeren Arbeitstagen.

Die Gewerkschaften treiben die Debatte dagegen voran. Die IG Metall sieht in der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich eine Chance zur Entlastung der Beschäftigten. Sie argumentiert: Motiviertere und gesündere Mitarbeiter sichern langfristig die Produktivität.

Mehr als ein Trend: Ein fester Punkt für Tarifverhandlungen

Die Debatte ist Teil eines größeren Wandels. Begriffe wie „New Work“ und Work-Life-Balance entscheiden zunehmend über die Attraktivität eines Arbeitgebers.

Der Erfolg hängt von der Unternehmenskultur ab. Es geht nicht nur um einen freien Tag, sondern um effizientere Abläufe und Investitionen in Digitalisierung.

Die positiven Pilot-Ergebnisse erhöhen den Druck auf die Industrie. Die Forderung nach der 4-Tage-Woche wird ein zentraler Punkt in den kommenden Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie sein. Langfristig könnte sich eine Vielfalt branchenspezifischer Modelle etablieren.

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