Qatar, Neuseeland

3G-Abschaltungen beschleunigen weltweit den 5G-Ausbau

01.01.2026 - 06:23:12

Qatar, Neuseeland und Israel schalten 3G-Netze ab, um Frequenzen für den 5G-Ausbau freizumachen. Indiens Vodafone Idea treibt parallel dazu eine aggressive 5G-Expansion voran.

Der Start ins Jahr 2026 markiert einen historischen Wendepunkt für die globale Mobilfunklandschaft. In mehreren Ländern wurden über Nacht die letzten 3G-Netze abgeschaltet, um Platz für die nächste Technologiegeneration zu schaffen. Diese Welle der Modernisierung setzt wertvolle Frequenzen frei – genau zur rechten Zeit für die aggressiven 5G-Expansionspläne, die führende Anbieter von Indien bis Europa jetzt vorantreiben.

Qatar und Neuseeland schalten 3G endgültig ab

Seit dem 1. Januar 2026 ist die Ära des 3G-Mobilfunks in Qatar und Neuseeland offiziell beendet. Die Abschaltung folgt strikten regulatorischen Fristen und verändert die Konnektivität in beiden Regionen grundlegend.

In Qatar hat die Kommunikationsbehörde (CRA) die Einstellung aller 3G-Dienste zum 31. Dezember 2025 verbindlich vorgeschrieben. Die beiden Hauptanbieter Ooredoo Qatar und Vodafone Qatar mussten die Vorgabe umsetzen. Die Maßnahme dient dazu, die freiwerdenden Frequenzbänder für leistungsfähigere 4G- und 5G-Netze nutzbar zu machen. Praktische Konsequenz: Mobilgeräte ohne Voice over LTE (VoLTE)-Unterstützung können in Qatar keine Sprachtelefonate mehr führen. Der Import reiner 2G- und 3G-Handys bleibt zudem streng verboten.

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Parallel vollzog Neuseeland einen bedeutenden Netzwerk-Meilenstein. Der Anbieter One NZ (ehemals Vodafone NZ) schaltete sein 3G-Netz wie geplant am 31. Dezember ab. Das Unternehmen hatte den Termin zuvor verschoben, um ihn mit der 2G-Abschaltung zu synchronisieren und Kunden mehr Zeit für Geräte-Upgrades zu geben. Mit dem Ablauf der Frist ist die alte Infrastruktur nun offline. Die Nutzer des Landes sind damit vollständig auf 4G- und 5G-Bänder angewiesen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Besitzer älterer Hardware sofort mit Dienstunterbrechungen rechnen müssen, falls sie noch nicht auf VoLTE-fähige Geräte umgestiegen sind.

Israel beginnt mit der Abschaltung alter Mobilfunknetze

Auch Israel startet mit einer neuen Konnektivitäts-Realität ins neue Jahr. Das Kommunikationsministerium hatte den 1. Januar 2026 lange als Starttermin für den Ausstieg aus 2G und 3G avisiert.

Laut regulatorischen Updates vom Ende 2025 entfällt ab heute die Verpflichtung für Netzbetreiber, 2G- und 3G-Dienste bereitzustellen. Eine kurze „Frequenzräumungs“-Phase bis zum 1. Februar 2026 ermöglicht noch technische Anpassungen, doch die kommerzielle Nutzbarkeit der alten Netze endete mit dem Jahreswechsel. Das Ministerium betont, dieser Schritt sei entscheidend, um einen „Spectrum Crunch“ (Frequenzengpass) zu verhindern und ausreichend Bandbreite für fortschrittliche 5G-Anwendungen sicherzustellen. Reisende und Bewohner mit älteren, nicht 4G-fähigen Geräten in der Region müssen mit einem unmittelbaren Konnektivitätsverlust rechnen.

Indiens 5G-Ambitionen: Vodafone Ideas aggressive Expansionspläne

Während die alten Netze verschwinden, gewinnt der 5G-Ausbau weltweit an Fahrt. In einer bedeutenden Entwicklung, die erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, hat der indische Telekom-Riese Vodafone Idea (Vi) seine strategische Roadmap für 2026 vorgestellt.

In einer Erklärung vom 27. Dezember 2025 skizzierte Vi-CEO Abhijit Kishore einen aggressiven Plan, die 5G-Abdeckung 2026 in allen 17 indischen Telekom-Kreisen auszubauen. Trotz harter Konkurrenz durch Rivalen wie Reliance Jio und Bharti Airtel konzentriert sich Vis neue Strategie darauf, den Rückstand aufzuholen – finanziert durch kürzlich eingeworbene Kapitalmittel.

Das Unternehmen bestätigte, bis Ende 2025 bereits 5G-Dienste in 29 Großstädten eingeführt zu haben und nun in eine „Massexpansionsphase“ einzutreten. Schlüssel dieser Strategie ist der Aufbau neuer Sendemasten und die Integration von KI-gesteuerten Netzwerkoptimierungstools. Kishores Ankündigung hob zudem den Start von „Vi Protect“ hervor, einem KI-gestützten Spam-Erkennungssystem, das 2025 über 2,5 Milliarden betrügerische Nachrichten identifiziert haben soll. Dies signalisiert einen Shift hin zu wertschöpfenden Sicherheitsdiensten neben der reinen Konnektivität.

Analyse: Der globale Zwang zur Spektrumseffizienz

Die synchronisierten Abschaltungen in Qatar, Neuseeland und Israel unterstreichen einen globalen Branchenkonsens: Spektrumseffizienz ist keine Option mehr, sondern ein Muss.

„Die Abschaltung von 3G geht nicht nur um das Abschalten alter Schalter; es ist eine wirtschaftliche und technische Notwendigkeit“, heißt es in einer Branchenanalyse vom Ende 2025. 5G-Netze sind spektral weitaus effizienter als ihre 3G-Vorgänger und können pro Hertz Frequenz ein Vielfaches an Daten übertragen. Durch die „Refarmierung“ der durch 3G belegten 900-MHz- und 2100-MHz-Bänder können Betreiber die Indoor-5G-Abdeckung und den ländlichen Netzausbau deutlich verbessern – ohne Tausende neuer Sendemasten bauen zu müssen.

Die Transition birgt jedoch Herausforderungen. Die Abhängigkeit von IoT-Geräten (Internet der Dinge) – wie älteren Alarmanlagen, medizinischen Monitoren oder Fahrzeugtrackern – von 2G- und 3G-Netzen bleibt ein Problem. Während Upgrades bei Consumer-Handys weitgehend erfolgreich verlaufen, könnte der „lange Schwanz“ industrieller Altgeräte in diesen ersten Tagen des Jahres 2026 noch für Störungen sorgen.

Ausblick: Weitere Abschaltungen stehen bevor

Der Fokus richtet sich nun auf Südostasien, wo Vietnam seinen aggressiven Ausstieg aus der 2G-Technologie vorantreibt. Mit einer festen Deadline im September 2026 befinden sich vietnamesische Anbieter derzeit mitten in einer massiven Migrationskampagne. Reine 2G-Handys sind in ihren Netzen bereits seit Ende 2024 gesperrt.

Für Verbraucher weltweit wird 2026 das Jahr, in dem VoLTE zur Mindestvoraussetzung statt einem Feature wird. Mit dem Aufbau reinrassiger 5G-Standalone(SA)-Netze ist die Fähigkeit, Sprachtelefonate über Datennetze zu führen, nun essenziell. Weitere Ankündigungen zu 2G-Abschaltungen in Europa werden noch in diesem Quartal erwartet, während Betreiber die Stabilität der Netze in Vorreiterländern wie Neuseeland und Qatar beobachten.

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