Entdecken Sie die aktuellen Trends und Herausforderungen der Automobilindustrie.
05.01.2026 - 03:00:00Wichtigste Erkenntnisse
Die Automobilindustrie in Berlin unterscheidet sich grundlegend von klassischen Produktionsstandorten wie Wolfsburg oder Stuttgart – die Hauptstadt fungiert primär als Dienstleistungs-, Handels- und Verwaltungsstandort mit rund 1,25 Millionen zugelassenen Pkw.
Der Bereich Autoankauf Berlin ( https://www.autoankauf-held.de/autoankauf-berlin ) bildet eine zentrale Schnittstelle zwischen privaten Haltern, dem professionellen Handel, Exportmärkten und dem Fahrzeugrecycling und wickelt schätzungsweise 25 bis 35 Prozent aller Gebrauchtwagentransaktionen ab.
Urbanisierung, Umweltzonen und der Wandel hin zur Elektromobilität verändern den Berliner Fahrzeugbestand nachhaltig – die Pkw-Dichte liegt mit etwa 320 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Rechtliche Vorgaben zu Zulassung, Gewährleistung und Umweltrecht sowie konjunkturelle Entwicklungen bestimmen die Marktmechanismen und beeinflussen Kaufentscheidungen von Verbrauchern und Händlern gleichermaßen.
Der vorliegende Artikel ordnet die wirtschaftliche Bedeutung des Fahrzeugmarkts für die Berliner Wirtschaft faktenbasiert ein – ohne Werbung und ohne Kaufempfehlungen.
Einordnung: Autohandel und Fahrzeugmarkt in Berlin
Berlin ist mit über 3,7 Millionen Einwohnern nicht nur die größte Stadt Deutschlands, sondern auch ein bedeutender Mobilitätsknoten und relevanter Markt für Neu- und Gebrauchtwagen. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamts waren Anfang der 2020er-Jahre rund 1,25 Millionen Pkw in der Hauptstadt zugelassen. Diese Zahl verdeutlicht die Dimension des Berliner Fahrzeugmarkts, auch wenn die Pkw-Dichte pro Einwohner im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten und vor allem zu ländlichen Regionen unterdurchschnittlich ausfällt.
Im Unterschied zu Standorten mit großer Fahrzeugproduktion ist Berlin kein klassischer Industriestandort der Automobilbranche. Die Stadt fungiert vor allem als Absatz-, Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort. Hier finden sich markengebundene Autohäuser, freie Händler, Filialbetriebe großer Handelsgruppen, Online-Plattformen sowie spezialisierte Betriebe für Ankauf und Verwertung.
Der Gebrauchtwagenhandel – inklusive des professionellen Autoankaufs – übersteigt in Berlin mengenmäßig den klassischen Neuwagenverkauf deutlich. Die Gründe liegen in der heterogenen Bevölkerungsstruktur, der hohen Fluktuation durch Zu- und Wegzüge sowie einem großen Pool an Fahrzeugen unterschiedlichster Altersklassen und Segmente. Rund 120.000 Gebrauchtwagen wurden 2024 in Berlin umgesetzt, was die wirtschaftliche Relevanz dieses Marktsegments unterstreicht.
Historische Entwicklung des Autohandels in der Hauptstadt
Frühe Automobiljahre und Vorkriegszeit
Die Geschichte des Autohandels in Berlin reicht bis in die Kaiserzeit zurück. Bereits um 1900 entstanden erste Händler- und Werkstattstrukturen, als das Automobil noch ein Luxusgut für wenige war. Berlin profitierte als Industriestandort früh von der Nähe zu Zulieferern und ersten Autosalons in Mitte. In den 1920er-Jahren etablierten sich auch amerikanische Konzerne wie Ford mit Montagewerken in Deutschland, was die Verfügbarkeit von Fahrzeugen in der Hauptstadt erhöhte.
Nachkriegszeit und geteilte Stadt
Die Entwicklung nach 1945 verlief in beiden Stadthälften unterschiedlich. Im Westteil Berlins entstand zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren ein dichter Autohandelsgürtel entlang großer Verkehrsachsen. Die Kantstraße, Abschnitte der Stadtautobahn und Ausfallstraßen Richtung Spandau und Steglitz wurden zu bekannten Adressen für Fahrzeugkäufer.
In Ost-Berlin und der DDR regulierte die Planwirtschaft den Fahrzeughandel grundlegend anders. Lange Wartelisten, staatlich gesteuerte Auslieferung und ein begrenzter Gebrauchtwagenmarkt mit eigenen Regeln prägten das Bild. Der Trabant wurde zum Symbol dieser Ära, während westliche Marken für die meisten Bürger unerreichbar blieben.
Nach der Wiedervereinigung
Nach 1990 bildete sich ein einheitlicher Berliner Fahrzeugmarkt heraus. Die Privatisierung ehemaliger Staatsbetriebe, der Markteintritt westdeutscher Handelsgruppen und die Entstehung großer Gebrauchtwagenplätze veränderten die Struktur grundlegend. Viele Betriebe verlagerten sich an die Stadtränder – entlang der B 1/B 5, in Richtung Marzahn, Hellersdorf und Reinickendorf entstanden neue Handelszentren.
Digitalisierung seit den 2000er-Jahren
Die Einführung von Online-Börsen wie mobile.de (gegründet 1996) revolutionierte den Berliner Handel. Ankaufsportale und hybride Geschäftsmodelle ergänzten den physischen Handel. Berlin diente dabei oft als Pilotregion für neue Konzepte der Autoindustrie – von digitalen Bewertungstools bis hin zu reinen Online-Ankaufsmodellen.
Strukturen der Automobilindustrie in Berlin
Die Automobilindustrie in Berlin unterscheidet sich strukturell von klassischen Produktionsstandorten. Statt Großserienfertigung prägen Zulieferer, Entwicklungsabteilungen, Mobilitätsdienstleister und Handelsbetriebe das Bild. Einige Hersteller unterhalten F&E-Standorte in der Stadt, während größere Fertigungskapazitäten im Brandenburger Umland angesiedelt sind.
Forschung und Technologie
Berlin verfügt über bedeutende Technologie- und Forschungscluster. Am Wissenschaftsstandort Adlershof sowie in Kooperation mit Hochschulen wie der TU Berlin oder der HTW Berlin wird an Antrieben, Software, Mobilitätskonzepten und Recyclingtechnologien geforscht. Diese Forschungsnähe beeinflusst auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Fahrzeughandel.
Handel als Wirtschaftsfaktor
Der Handel – einschließlich Ankauf, Verkauf, Service, Finanzierung und Logistik – erbringt einen erheblichen Teil der automobilbezogenen Wertschöpfung in Berlin. Mit geschätzten 1.200 Händlerbetrieben und rund 15.000 bis 20.000 Beschäftigten in automobilnahen Bereichen ist dieser Sektor ein relevanter Arbeitgeber in der Region.
Die Berliner Automobilwirtschaft ist stark durch Dienstleistungen wie Carsharing und Ridepooling geprägt. Über 20 Anbieter betreiben in der Stadt zusammen mehr als 10.000 Fahrzeuge. Diese Flotten beeinflussen den Lebenszyklus von Fahrzeugen und damit den Gebrauchtwagenstrom erheblich.
Rolle des Autoankaufs im Berliner Fahrzeugmarkt
Der professionelle Autoankauf fungiert in Berlin als Schnittstelle zwischen privaten Fahrzeughaltern, Autohäusern, Exporteuren, Verwertern und Versicherungen. Diese Branche hat sich zu einem eigenständigen Marktsegment entwickelt, das schätzungsweise 25 bis 35 Prozent aller Gebrauchtwagen-Transaktionen in der Stadt abwickelt.
Quellen für angekaufte Fahrzeuge
FahrzeugquelleAnteil am AnkaufTypische Merkmale Privat genutzte Pkwca. 50-60%Heterogenes Alter und Zustand Firmenflottenca. 15-20%Gepflegt, dokumentiert Leasingrückläuferca. 10-15%Standardisierte Qualität Unfallfahrzeugeca. 5-10%Für Export oder Verwertung Carsharing-Flottenca. 5%Hohe Laufleistung Marktbereinigung und Exportströme
Der Autoankauf ( https://www.autoankauf-held.de ) trägt zur Marktbereinigung bei, indem alte, beschädigte oder emissionsstarke Fahrzeuge aus dem laufenden Stadtverkehr herausgelöst werden. Diese Fahrzeuge werden in andere Regionen, in den Export nach Osteuropa, in den Nahen Osten oder nach Afrika oder in den Recyclingkreislauf überführt. Schätzungen zufolge gehen etwa 20 Prozent der angekauften Fahrzeuge in den Export.
In einer Metropole mit hoher Fluktuation – Berlin verzeichnet jährlich etwa 150.000 Umzugsbewegungen – ist der Bedarf an unkomplizierten Eigentumswechseln von Fahrzeugen besonders hoch. Professionelle Ankaufstellen bieten sofortige Auszahlung, übernehmen Bewertung und Abmeldung und bündeln damit administrative Prozesse für Verkäufer.
Digitale Verzahnung
Die Branche nutzt zunehmend Online-Bewertungstools und datenbasierte Preisfindung. Zentrale Ankaufstellen sind mit bundesweiten oder internationalen Händlernetzen vernetzt. Diese Digitalisierung ermöglicht schnellere Transaktionen, bringt aber auch Herausforderungen hinsichtlich Transparenz und Informationsasymmetrien mit sich.
Angebot und Nachfrage: Privat, Händler, Export
Der Berliner Gebrauchtwagenmarkt speist sich aus unterschiedlichen Segmenten. Nach Daten von Branchenverbänden und dem Kraftfahrt-Bundesamt stellt sich die Verteilung wie folgt dar:
Privatverkäufe
Privatverkäufe waren in Berlin traditionell stark vertreten. Inzwischen laufen sie häufig über Online-Inserate oder über professionelle Ankäufer und Vermittler. Der klassische Verkauf von privat an privat auf dem Hof oder an der Straße verliert an Bedeutung. Schätzungsweise 60.000 Transaktionen pro Jahr entfallen auf dieses Segment, mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von etwa 18.000 Euro.
Markengebundener Handel
Markengebundene Händler beziehen ihren Gebrauchtwagenbestand vor allem aus Inzahlungnahmen, Leasingrückläufern und Dienstwagen. Qualitätsstandards, technische Prüfungen und Garantien spielen in diesem Segment eine zentrale Rolle. Der Fokus liegt auf jüngeren Fahrzeugen mit niedriger Laufleistung.
Freier Handel und Spezialisierung
Kleinere Betriebe in den Bezirken und große Gebrauchtwagenareale in Randlagen bedienen spezifische Segmente. Manche konzentrieren sich auf ältere Kleinwagen, andere auf Nutzfahrzeuge oder bestimmte Marken. Diese Spezialisierung ermöglicht eine Marktabdeckung, die große Handelsketten nicht leisten können.
Exportmärkte
Berlin dient als Sammel- und Umschlagpunkt für Fahrzeuge, die in osteuropäische, nahöstliche oder afrikanische Märkte weiterverkauft werden. Besonders gefragt sind ältere Diesel und Fahrzeuge mit hoher Laufleistung, die in Deutschland aufgrund strenger Umweltvorgaben an Attraktivität verloren haben.
Nachfrageverschiebungen
Die Nachfrage verschiebt sich hin zu kompakten Stadtfahrzeugen, Kombis für Lieferdienste und Elektrofahrzeugen für urbane Flotten. Der Dieselanteil bei Neuzulassungen ist von etwa 50 Prozent im Jahr 2015 auf rund 25 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Gleichzeitig stieg der Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich an.
Einfluss von Urbanisierung, Mobilitätswandel und Umweltzonen
Verdichtete Stadtstruktur
Berlin verzeichnet seit Jahren eine steigende Einwohnerzahl bei gleichzeitig begrenztem Parkraum. Die Pkw-Dichte von etwa 320 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von rund 500. Politische Ziele zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs verstärken diesen Trend.
Umweltzone und ihre Folgen
Die Berliner Umweltzone wurde 2008 eingeführt und schrittweise verschärft. Die Plakettenregelung führte dazu, dass ältere Benziner und Dieselfahrzeuge aus dem Innenstadtverkehr verdrängt wurden. Seit 2019 gelten in sieben Bezirken weitere Diesel-Fahrverbote für bestimmte Streckenabschnitte.
Diese Regulierung hat messbare Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt:
Rund 40 Prozent des ursprünglichen Fuhrparks waren von Einschränkungen betroffen
Die Diesel-Nachfrage sank seit 2020 um etwa 30 Prozent
Ältere Dieselfahrzeuge werden verstärkt für den Export angekauft
Elektromobilität als Wachstumssegment
Die Zahl der Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge in Berlin wächst kontinuierlich. Förderprogramme des Bundes und des Landes, der Ausbau der Infrastruktur mit mittlerweile über 5.000 Ladesäulen und steigendes Umweltbewusstsein treiben diese Entwicklung. Ein junger Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos entsteht, wobei Fragen zu Restwerten und Batteriezuständen noch Unsicherheiten bergen.
Mobilitätswandel durch neue Dienste
Carsharing, Ridehailing und Lieferdienste verändern die Eigentumsverhältnisse an Fahrzeugen grundlegend. ShareNow und andere Anbieter verzeichneten 2024 zusammen über 4 Millionen Fahrten in Berlin. Diese Flotten weisen höhere Jahreslaufleistungen auf, was zu schnellerem Ersatzbedarf und zusätzlichen Ankaufsvolumina führt.
Gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Bundesweite Rechtsvorgaben
Der Fahrzeughandel in Berlin unterliegt den bundesweit geltenden rechtlichen Vorgaben. Zentrale Regelwerke umfassen:
RegelwerkKerninhalt StVZOTechnische Anforderungen an Fahrzeuge FZVZulassungsverfahren und Halterwechsel BGBGewährleistung beim Kauf FernabsatzrechtWiderrufsrecht bei Online-Käufen AltfahrzeugverordnungUmweltgerechte Verwertung Zulassung und Abmeldung in Berlin
Die Berliner Zulassungsstellen wickeln jährlich zehntausende Halterwechsel ab. Digitale Zulassungsverfahren gewinnen an Bedeutung und vereinfachen organisatorische Abläufe. Bei Eigentumsübertragungen spielen neben der Zulassung auch Versicherungswechsel und Ummeldungen eine Rolle.
Umwelt- und Entsorgungsrecht
Die Altfahrzeugverordnung regelt die Pflichten zur umweltgerechten Verwertung ausrangierter Fahrzeuge. Zertifizierte Demontagebetriebe im Berliner und Brandenburger Umland übernehmen die fachgerechte Entsorgung und das Recycling von Fahrzeugkomponenten.
Wirtschaftliche Einflussfaktoren
Konjunkturverlauf, Zinsniveau und die Entwicklung der Reallöhne beeinflussen die Kaufbereitschaft der Berliner Bevölkerung. Die Bedeutung des Tourismus und der Dienstleistungsökonomie für Fahrzeugflotten und Lieferverkehr ist in der Hauptstadt besonders ausgeprägt.
Bundespolitische Instrumente wie frühere Umweltprämien und Kaufprämien für E-Fahrzeuge hatten spürbare Marktauswirkungen. Die oft kurzfristige Veränderung solcher Rahmenbedingungen schafft Unsicherheit bei Käufern und Verkäufern – ein Faktor, der Entscheidungsprozesse im Autoankauf merklich prägt.
Wirtschaftliche Bedeutung für Verbraucher und regionale Wirtschaft
Beschäftigung und Wertschöpfung
Der Autohandel ist in Berlin ein relevanter Arbeitgeber und Steuerzahler. Zahlreiche Berufsgruppen hängen vom Fahrzeugmarkt ab:
Verkäufer und Kaufleute
Kfz-Mechatroniker und Lackierer
Logistiker und Fahrer
Gutachter und Sachverständige
Mitarbeitende in Zulassungsdiensten und Behörden
Versicherungsfachleute
Die automobilbezogene Wertschöpfung trägt nach Schätzungen 2 bis 3 Prozent zum Berliner Bruttoinlandsprodukt bei – ein beachtlicher Anteil angesichts fehlender Großproduktion.
Bedeutung für private Haushalte
Der Gebrauchtwagenmarkt ermöglicht Mobilität zu unterschiedlichen Preis- und Qualitätsniveaus. Für viele Berliner Haushalte mit unterschiedlichen Einkommen und Lebenslagen stellt der Zugang zu einem funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt eine wichtige Voraussetzung für berufliche und private Mobilität dar.
Regionale Wertschöpfungsketten
Lokale Dienstleister profitieren vom Fahrzeughandel. Werkstätten, Aufbereiter, Zulassungsdienste und Transportunternehmen sind in die Wertschöpfungsketten eingebunden. Gleichzeitig fließen durch Exportströme erhebliche Werte in andere Länder und Regionen.
Die regionale Wirtschaft ist auf einen funktionierenden Fahrzeugmarkt angewiesen. Handwerksbetriebe, Lieferdienste, soziale Einrichtungen und Pflegedienste sichern ihre Mobilität häufig über Gebrauchtfahrzeuge. Ein transparenter, funktionierender Markt ist für diese Akteure von hoher praktischer Bedeutung.
Aktuelle Trends und Herausforderungen im Berliner Autoankauf und -handel
Digitalisierung des Markts
Die Digitalisierung verändert den Berliner Fahrzeugmarkt grundlegend. Online-Bewertungstools, virtuelle Fahrzeugbesichtigungen und digitale Kauf- und Verkaufsprozesse haben den Anteil von Online-Transaktionen auf geschätzte 40 Prozent des Markts gesteigert. Big Data ermöglicht präzisere Preisfindung, birgt aber auch Risiken durch Informationsasymmetrien für Laien.
Transformation zu alternativen Antrieben
Der steigende Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen im Fahrzeugbestand schafft neue Marktdynamiken. Die noch jungen Gebrauchtmärkte für E-Autos entwickeln sich erst. Unsicherheiten zu Restwerten und Batteriezuständen beeinflussen Ankaufstrategien und Preisentwicklungen.
Nachwirkungen von Lieferkettenproblemen
Die Lieferkettenprobleme und der Halbleitermangel der Jahre 2020 bis 2022 führten zu Produktionsengpässen bei Neuwagen. Die Folgen waren längere Lieferzeiten und ein erhöhter Druck auf den Gebrauchtwagenmarkt. Die Prognosen deuten auf eine langsame Normalisierung hin.
Transparenz und Verbraucherschutz
Verschärfte Anforderungen an Dokumentation und Offenlegung prägen den Markt. Die Diskussion um manipulierte Laufleistungen – nach Schätzungen betrifft dies etwa 5 Prozent der Fahrzeuge – unterstreicht die Bedeutung von Prüfberichten und digitaler Fahrzeughistorie. Experten und Behörden fordern mehr Transparenz im Handel.
Wirtschaftliche Unsicherheit
Steigende Lebenshaltungskosten und Zinsen beeinflussen die Zahlungsbereitschaft vieler Haushalte. Die Folgen sind längere Fahrzeughaltedauern und eine verstärkte Nachfrage nach gebrauchten, aber effizienten Fahrzeugen. Diese Entwicklung verändert die Zusammensetzung des Angebots im Handel.
Soziale und ökologische Dimension
Der Umgang mit Altfahrzeugen, Verkehrssicherheit sowie Lärm- und Luftbelastung bleiben relevante Themen. Die Diskussion um die gerechte Verteilung des Straßenraums zwischen Auto, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr beeinflusst die politischen Rahmenbedingungen und damit indirekt den Fahrzeugmarkt.
Neutrales Fazit
Der Autoankauf bildet einen integralen Bestandteil des automobilen Ökosystems in Berlin. Als Schnittstelle zwischen privaten Haltern, professionellem Handel, Export und Verwertung trägt diese Branche zur Funktionsfähigkeit des gesamten Fahrzeugmarkts bei.
Berlin als wachsende Metropole mit begrenztem Raum, ambitionierten Klimazielen und hohem Mobilitätsbedarf weist einen besonders dynamischen Fahrzeugmarkt auf. Die Transformation hin zu emissionsärmeren Antrieben, neuen Mobilitätsformen und strengeren Umweltvorgaben wird den Fahrzeugbestand nachhaltig verändern. Der Gebrauchtwagen- und Ankaufmarkt muss diese Veränderung abbilden und sich entsprechend anpassen.
Rechtliche Klarheit, Daten- und Informationsqualität sowie transparente Marktprozesse sind entscheidend dafür, dass Verbraucher, Händler und die Stadtgesellschaft von einem funktionierenden Fahrzeugmarkt profitieren können. Die zunehmende Digitalisierung bietet Chancen für mehr Transparenz, erfordert aber auch kritische Begleitung durch Verbraucherschutz und Aufsichtsbehörden.
Der Autoankauf in Berlin wird künftig verstärkt zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen vermitteln müssen. Die Entwicklung des Markts hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene ab – von Vorgaben aus Brüssel ebenso wie von lokalen Maßnahmen zur Verkehrswende.
FAQ zum Berliner Fahrzeugmarkt und Autoankauf
Wie unterscheidet sich der Berliner Gebrauchtwagenmarkt von anderen deutschen Großstädten?
Der Berliner Gebrauchtwagenmarkt zeichnet sich durch eine unterdurchschnittliche Pkw-Dichte bei gleichzeitig hohem Transaktionsvolumen aus. Mit rund 320 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner liegt die Hauptstadt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von etwa 500. Die hohe Bevölkerungsfluktuation mit jährlich rund 150.000 Umzugsbewegungen führt zu einem regen Fahrzeugwechsel. Anders als in Städten wie München oder Hamburg spielt der Exporthandel nach Osteuropa aufgrund der geografischen Lage eine besonders große Rolle.
Welche Rolle spielt das Berliner Umland beim Export und bei der Verwertung von Fahrzeugen?
Das Brandenburger Umland beherbergt zahlreiche Logistikbetriebe, Sammelplätze und zertifizierte Demontagebetriebe, die für den Berliner Fahrzeugmarkt von hoher Bedeutung sind. Die Nähe zur polnischen Grenze erleichtert den Export in osteuropäische Märkte. Gleichzeitig befinden sich im Umland größere Gewerbeflächen für Fahrzeugaufbereitung und -lagerung, die in der verdichteten Hauptstadt nicht verfügbar wären. Etwa 20 Prozent der angekauften Fahrzeuge werden über diese Infrastruktur in den Export geleitet.
Wie wirken sich Umweltzonen konkret auf ältere Fahrzeuge im Stadtgebiet aus?
Seit 2008 gilt in Berlin eine Umweltzone, die schrittweise verschärft wurde. Fahrzeuge ohne grüne Plakette dürfen weite Teile des Stadtgebiets nicht mehr befahren. Zusätzlich gelten seit 2019 auf bestimmten Streckenabschnitten Diesel-Fahrverbote. Diese Regelungen führten dazu, dass ältere Dieselfahrzeuge verstärkt aus dem Berliner Bestand herausgelöst wurden – entweder durch Verkauf in ländliche Regionen, Export oder Verwertung. Die Nachfrage nach älteren Dieseln ist im städtischen Markt entsprechend gesunken.
Welche Besonderheiten gibt es bei der Zulassung und Abmeldung von Fahrzeugen in Berlin?
Die Berliner Zulassungsstellen wickeln jährlich eine sehr hohe Zahl an Transaktionen ab. Digitale Zulassungsverfahren sind verfügbar, aber nicht alle Vorgänge lassen sich vollständig online erledigen. Professionelle Zulassungsdienste übernehmen für viele Händler und Privatpersonen die Abwicklung. Bei Halterwechseln müssen neben der eigentlichen Ummeldung auch Versicherungsangelegenheiten geklärt werden. Die Wartezeiten bei den Behörden schwanken je nach Bezirk und Veranstaltungen in der Stadt erheblich.
Wie beeinflusst der Trend zur Elektromobilität den zukünftigen Gebrauchtwagenmarkt in der Hauptstadt?
Der Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen bei Neuzulassungen steigt kontinuierlich. Ein junger Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos entwickelt sich, wobei Unsicherheiten zu Batteriezustand und Restwertentwicklung bestehen. Die über 5.000 Ladesäulen in Berlin verbessern die Alltagstauglichkeit elektrischer Gebrauchtwagen. Für den Ankaufmarkt bedeutet dies neue Kompetenzanforderungen bei der Fahrzeugbewertung. Langfristig werden klassische Verbrenner im urbanen Berliner Markt an Bedeutung verlieren, was die Struktur des Gebrauchtwagenhandels grundlegend verändern dürfte.
(Ende)
Aussender: Autoankauf Held Ansprechpartner: Urhib Tel.: 01522 6645738 E-Mail: info@autoankauf-held.de Website: www.autoankauf-held.de


