Ergebnisse, Produktion/Absatz

Der Chemiekonzern BASF DE000BASF111 blickt verhalten auf das laufende Jahr.

28.02.2025 - 08:44:13

BASF will 2025 operatives Ergebnis steigern - Gewinn steigt 2024

Für 2025 peilt BASF für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereinflüssen 8,0 bis 8,4 Milliarden Euro an, wie der Dax DE0008469008-Konzern am Freitag bei Vorlage von endgültigen Zahlen mitteilte. Alle Segmente, mit Ausnahme der Basischemikalien (Chemicals), sollen zum Ergebnisanstieg beitragen. Das Ergebnis bei Chemicals werde von höheren Fixkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Verbundstandorts in China und planmäßigen Wartungen von Anlagen belastet. 2024 legte das Ergebnis um 2,4 Prozent auf knapp 7,9 Milliarden Euro zu.

Zahlen und Ausblick sorgten am Finanzmarkt in ersten Reaktionen nicht für gute Stimmung. Auf Tradegate gab der Kurs um 1,5 Prozent auf 48,05 Euro nach im Vergleich mit dem Xetra-Schluss. An ihr Jahreshoch von 51,53 Euro von Mitte Februar kommen die Papiere des Chemiekonzerns damit nicht ran. Der Gesamtmarkt wird zum Wochenausklang schwächer erwartet. Das operative Ergebnis (Ebitda) im vierten Quartal liege im Rahmen der Erwartung, schrieb Analyst Chris Counihan von Jefferies. Beim Ebitda-Ausblick für 2025 liege der Konsens bereits am oberen Ende der Zielspanne, weshalb er mit einer gedämpften Kursreaktion rechnet.

Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) soll im laufenden Jahr zwischen 400 und 800 Millionen Euro betragen, nach fast 750 Millionen im Vorjahr. Auch hier wirken sich die Investitionen in China aus. Insgesamt werde der Verbundstandort in China das bereinigte operative Ergebnis 2025 voraussichtlich um rund 400 Millionen Euro und die freien Barmittel um rund 800 Millionen Euro belasten, sagte Unternehmenschef Markus Kamieth laut Redemanuskript. "Unsere Prognosespannen wären um diese Beträge höher, wenn man die Auswirkungen des Produktionsstarts in Zhanjiang außer Acht lässt", fügte er hinzu. BASF hatte bereits im Januar Eckdaten bekanntgegeben.

Dabei erwarte das Unternehmen, dass ein moderater Anstieg der Güternachfrage das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Industrieproduktion stützen werde, sagte Kamieth. Herausforderungen wie die hohe geopolitische und handelspolitische Unsicherheit würden das Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher belasten. Für die globale Chemieindustrie rechne der BASF-Vorstand mit einem leicht höheren Wachstum als für das BIP und die Industrieproduktion.

2024 schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Jahresvergleich um 5,3 Prozent auf 65,3 Milliarden Euro. Ausschlaggebend hierfür waren deutlich niedrigere Preise und Mengen. Wertberichtigungen vor allem bei Batteriematerialien sowie Aufwendungen für Restrukturierungen belasteten das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Es fiel von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb dank des Verkaufs des Öl- und Gasgeschäfts Wintershall Dea ein Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro nach 225 Millionen im Vorjahr. Die Dividende für 2024 will der BASF-Vorstand um ein Drittel auf 2,25 Euro je Aktie kürzen.

Derweil kommt das Unternehmen bei seinem Sparprogramm voran. "Wir sind auf gutem Weg, die angestrebten jährlichen Einsparungen von 2,1 Milliarden Euro bis Ende 2026 zu erreichen", sagte Finanzchef Dirk Elvermann. Bis Ende 2024 habe das Unternehmen eine jährliche Kosteneinsparung von insgesamt rund einer Milliarde Euro erreicht, wovon rund 100 Millionen auf das im Februar 2024 angekündigte Sparprogramm für Ludwigshafen entfallen sei. Im Gegenzug seien im vergangenen Jahr 900 Millionen Euro Einmalkosten angefallen. Dieser Betrag entspreche etwa der Hälfte der gesamten Kosten, die BASF bis Ende 2026 erwarte.

BASF-Chef Kamieth hatte im September einen weitreichenden Umbau angekündigt, um den weltgrößten Chemiekonzern aus der Krise zu führen. Geschäftsbereiche sollen teilweise verkauft werden und das Agrargeschäft an die Börse gehen. Zudem wird die Dividende für Aktionäre erstmals seit 2010 gekürzt, und es drohen weitere Schließungen von Chemieanlagen im Stammwerk Ludwigshafen. Dort steht mit dem jüngsten Milliarden-Sparprogramm ein weiterer, noch nicht bezifferter Stellenabbau bevor.

@ dpa.de