USA, Ukraine

Trump für Einfrieren des Frontverlaufs in der Ukraine

20.10.2025 - 04:43:53

Wie können die Waffen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Schweigen gebracht werden? Für US-Präsident Trump liegt eine Lösung auf der Hand.

Für ein Ende der Kämpfe in der Ukraine sollte der Frontverlauf nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump eingefroren werden - inklusive einer daraus folgenden Teilung der östlichen Donbass-Region. Russland und die Ukraine sollten jeweils dort bleiben, wo sich ihre Truppen aktuell befänden, alles Weitere sei «sehr schwer auszuhandeln», sagte Trump vor Journalisten auf einem Flug mit seiner Regierungsmaschine Air Force One. Der Donbass solle entlang des Frontverlaufs aufgeteilt werden, argumentierte er. Russland kontrolliert aktuell den Großteil der ostukrainischen Region.

Trump sagte weiter, die Kriegsparteien könnten «später verhandeln». Das habe er auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei dessen Besuch am Freitag in Washington gesagt. Die Soldaten sollten kehrt machen, das Blutvergießen müsse ein Ende haben. «Geht nach Hause, stellt die Kämpfe ein, stoppt das Töten», sagte Trump auf dem Rückflug aus dem US-Bundesstaat Florida nach Washington.

Vor 2014 hatte die Industrieregion Donbass etwa 6,5 Millionen Einwohner und war mit Kohle und Eisen das Kernstück der ukrainischen Schwerindustrie. Allerdings waren viele Bergwerke und Fabriken damals schon veraltet. Eine Preisgabe der Regionen Donezk und Luhansk würde bedeuten, dass Russland kampflos Territorien bekommt, die es militärisch nie erobern konnte. Zudem würde Kiew mit dem noch ukrainisch kontrollierten Teil des Donbass einen gut befestigten Verteidigungsgürtel verlieren.

Trump dementiert Bericht über Gespräch mit Selenskyj

Vor Trumps Äußerungen hatte die «Financial Times» unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass er Selenskyj bei dem Treffen am Freitag dazu gedrängt haben soll, für ein Ende des Kriegs den gesamten Donbass aufzugeben. Damit würde der russische Präsident Wladimir Putin eines seiner wichtigsten Ziele in dem seit 2022 andauernden Krieg erreichen. 

Ein Journalist fragte Trump während des Flugs, ob er Selenskyj tatsächlich am Freitag gesagt habe, dass die Ukraine den Donbass aufgeben müsse. Trump antwortete, dies sei bei dem Treffen nicht besprochen worden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Kreml sieht Ukraine-Gespräche noch ganz am Anfang Der Kreml sieht die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges noch ganz am Anfang. (Boerse, 26.01.2026 - 11:32) weiterlesen...

Selenskyj: Dokument über Sicherheitsgarantien der USA fertig Ein Dokument über Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine ist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge unterschriftsreif. (Boerse, 25.01.2026 - 19:42) weiterlesen...

Ukraine-Gespräche: Hardt übt scharfe Kritik an Russland Nach dem vorläufigen Abschluss der Gespräche über ein Ende des Ukrainekriegs in Abu Dhabi hat der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, scharfe Kritik an Russland geübt.Der "Rheinischen Post" sagte Hardt: "Erneut bleiben die Ukraine-Gespräche ergebnislos und erneut war es Russland, das mit seinen Maximalforderungen einen echten Fortschritt verhindert hat. (Ausland, 25.01.2026 - 13:06) weiterlesen...

Ukraine-Verhandlungen am zweiten Tag auch über Gebietsfragen. Es geht dabei auch um die Schlüsselfrage von Gebietsabgaben. In Abu Dhabi hat der zweite Verhandlungstag bei den Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs begonnen. (Ausland, 24.01.2026 - 12:26) weiterlesen...

Ukrainer und Russen setzen Gespräche über Kriegsende fort. Dabei treffen auch militärische Schwergewichte aufeinander. Die direkten Friedensverhandlungen zwischen Ukrainern und Russland gehen unter Vermittlung der USA in eine neue Runde. (Ausland, 24.01.2026 - 05:49) weiterlesen...

US-Verteidigungsstrategie: Europa ja, aber nicht der Fokus. Jetzt veröffentlicht sie ihre Verteidigungsstrategie, in der auch Europa vorkommt. Die nationale Sicherheitsstrategie von Trumps Regierung hat die europäischen Partner geschockt. (Ausland, 24.01.2026 - 01:59) weiterlesen...