International, USA

Austritt der USA aus Pariser Klimaabkommen tritt in Kraft

27.01.2026 - 04:30:05

Sich erneut aus dem internationalen Kampf gegen die Klimakrise zu verabschieden, war eine der ersten Amtshandlungen von Donald Trump. Nun wird dies auch offiziell. Wie geht es ohne die USA weiter?

  • Die USA sind der größte Öl- und Gasproduzent weltweit - und befeuern auch damit die Erderwärmung. - Foto: Charlie Riedel/AP/dpa

    Charlie Riedel/AP/dpa

  • Gleich am ersten Tag als Präsident veranlasste Donald Trump den erneuten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

    Evan Vucci/AP/dpa

Die USA sind der größte Öl- und Gasproduzent weltweit - und befeuern auch damit die Erderwärmung. - Foto: Charlie Riedel/AP/dpaGleich am ersten Tag als Präsident veranlasste Donald Trump den erneuten Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Die USA sind offiziell aus dem Pariser Klimaauskommen ausgeschieden – damit wird US-Präsident Donald Trumps Abkehr vom Kampf gegen den Klimawandel offiziell. Am Tag seiner erneuten Amtseinführung im Januar 2025 hatte er eine Verfügung zur Kündigung des Abkommens unterzeichnet, mit dem die Weltgemeinschaft die Erderwärmung in den Griff bekommen und die schlimmsten Folgen abwenden will.

Nach Angaben des UN-Klimasekretariats wird der Schritt nun zum heutigen 27. Januar wirksam – genau ein Jahr, nachdem das Schreiben bei den Vereinten Nationen eingegangen ist.

Konkret bedeutet dies, dass sich die USA nicht mehr daran gebunden sehen, Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung umzusetzen. Auch bei den internationalen Klimakonferenzen sind sie nicht mehr dabei. Und: Mit dem US-Rückzug fehlt sehr viel Geld – etwa bei der für die ärmeren Länder so wichtigen Unterstützung bei Klimaschutz und Anpassung an die steigenden Temperaturen und ihre Folgen.

USA haben großen Einfluss aufs Klima

Die USA sind weltweit der zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen nach China. Die Klima-Kehrtwende hat daher drastische Folgen. Nach Berechnung der Vereinten Nationen steuert die Welt mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Der Austritt der USA aus dem Klimaabkommen werde mit 0,1 Grad negativ ins Gewicht fallen, heißt es in einer UN-Schätzung. Jedes Zehntelgrad Erwärmung bedeutet Klimaforschern zufolge verheerendere Klimafolgen.

«US-Präsident Donald Trump vollzieht mit dem Austritt einen geopolitischen Brandanschlag auf die regelbasierte Weltordnung, nur um mächtigen Wahlkampfhelfern der Öl- und Gasindustrie wieder Tür und Tor zu öffnen», sagte der Chef von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, der Deutschen Presse-Agentur. Europa brauche nun statt Schockstarre «starke Allianzen für den klaren Kurs in Richtung Klimaschutz». Klimaziele infrage zu stellen, wäre «absolut die falsche Reaktion und ein Kniefall vor Trump».

Es ist bereits der zweite Abschied

Auch in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die USA bereits aus dem Pariser Klimaabkommen geführt. Unter seinem Nachfolger Joe Biden traten sie jedoch wieder ein. 

Vor wenigen Wochen kündigte die Trump-Regierung an, auch die Klimarahmenkonvention – gewissermaßen das Grundgerüst der internationalen Klimapolitik – und den Weltklimarat (IPCC) zu verlassen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump brüskiert Nato-Partner mit Äußerungen zu Afghanistan. Zumindest mit Blick auf ein betroffenes Land ist er nun zurückgerudert. Für seine neueste Provokation erntet US-Präsident Donald Trump harsche Reaktionen. (Ausland, 25.01.2026 - 10:29) weiterlesen...

Ökonom Schularick: USA sind kein verlässlicher Partner mehr. Er zieht daraus Schlüsse auch für die Bundesregierung. Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hat die Trump-Rede in Davos beobachtet. (Politik, 25.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Pistorius verteidigt Bundeswehr gegen Trumps Nato-Kritik. «Sie sind nie vergessen», verspricht er. Nach den abfälligen Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump betont Verteidigungsminister Boris Pistorius die Opfer deutscher Soldaten in Afghanistan. (Politik, 24.01.2026 - 14:53) weiterlesen...

USA: Zwei Tote bei Angriff auf mutmaßliches «Drogenboot». Es ist die erste offiziell bekannte seit dem Sturz von Maduro. Mehr als 100 angebliche Drogenschmuggler töteten die USA bei Angriffen auf Boote bereits - nun melden sie eine neue Attacke. (Ausland, 24.01.2026 - 00:47) weiterlesen...

Merz lehnt Trumps «Friedensrat» ab - in jetziger Form. Jetzt bezieht er erstmals offen Stellung. Der Kanzler hat sich zu Trumps «Friedensrat» bisher bedeckt gehalten. (Ausland, 23.01.2026 - 17:27) weiterlesen...

Lehren aus der Grönland-Krise: EU will Trump Paroli bieten Wie findet sich Europa in der «neuen Welt der großen Mächte» zurecht? Die europäischen Staats- und Regierungschefs zeigen sich bei einem Gipfel in Brüssel entschlossen. (Ausland, 23.01.2026 - 03:50) weiterlesen...