USA, International

Nach Grönland-Streit: Nato startet Arktis-Einsatz

11.02.2026 - 13:36:16

Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Grönland-Konflikt hat in der Nato für Entsetzen gesorgt. Jetzt ordnet Oberbefehlshaber Grynkewich eine verstärkte Bündnispräsenz in der Arktis an.

  • Rund um Grönland dürfte es künftig eine deutlich stärkere Nato-Präsenz geben. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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  • Nato-Generalsekretär Mark Rutte gilt als einer der wichtigsten Vermittler im Grönland-Konflikt. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

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  • Deutschland könnte sich beispielsweise mit einem Seefernaufklärer vom Typ P-3C «Orion» an dem Einsatz beteiligen. (Archivbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa

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Rund um Grönland dürfte es künftig eine deutlich stärkere Nato-Präsenz geben. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpaNato-Generalsekretär Mark Rutte gilt als einer der wichtigsten Vermittler im Grönland-Konflikt. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaRund um Grönland dürfte es künftig eine deutlich stärkere Nato-Präsenz geben. (Archivbild) - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpaNato-Generalsekretär Mark Rutte gilt als einer der wichtigsten Vermittler im Grönland-Konflikt. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpaDeutschland könnte sich beispielsweise mit einem Seefernaufklärer vom Typ P-3C «Orion» an dem Einsatz beteiligen. (Archivbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Nato erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis, um den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikts weiter zu entschärfen. Wie Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich ankündigte, hat die Allianz dazu ihren Einsatz namens «Arctic Sentry» (deutsch etwa: Wächter der Arktis) gestartet. Verbessert werden soll demnach die Überwachung der riesigen Eisinsel und die Abschreckung der Großmächte Russland und China. Ziel sei die Absicherung eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete, erklärte der US-General. 

Deutschland wird sich nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius im ersten Schritt mit vier Kampfjets vom Typ Eurofighter an dem neuen Nato-Einsatz beteiligen. Zudem sollten Kapazitäten zur Luftbetankung zur Verfügung gestellt werden, sagte der SPD-Politiker am Rande eines EU-Verteidigungsministertreffens in Brüssel. Dies könnten etwa Flugzeuge vom Typ A400M sein.

Die Arktis und der hohe Norden spielten für die Sicherheit Europas und Nordamerikas eine Rolle, sagte Pistorius. Vor allem die sogenannte Giuk-Lücke zwischen Grönland, Island und Großbritannien habe eine zentrale Bedeutung für die Schifffahrtswege in den Nordatlantik und darüber hinaus - auch für russische U-Boote.

Trump wollte Verkauf der Eisinsel erzwingen

Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war von Alliierten wie Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. In diesem hatte US-Präsident Donald Trump zeitweise mit Strafzolldrohungen einen Verkauf der riesigen Insel an sein Land erzwingen wollen. Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

Zuletzt teilte Trump dann nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sieht unter anderem vor, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.

Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten dürfen und möglicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht über bestimmte Investitionen auf der rohstoffreichen Arktisinsel bekommen. 

 Ein Tor zum Nordatlantik

In der Nato wird dabei betont, dass der hohe Norden ein Tor zum Nordatlantik darstelle und wichtige Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa beherberge, die geschützt werden müssten. Der Kreml betrachte die Arktis als zentral für seine Großmachtambitionen und zeige keine Anzeichen, seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen dort zurückzufahren, heißt es in Bündniskreisen. Im Gegenteil habe Russland seine militärischen Aktivitäten dort sogar deutlich verstärkt, ein neues Arktis-Kommando eingerichtet sowie ehemalige sowjetische Militärstandorte in der Arktis wieder in Betrieb genommen – darunter Flugfelder und Tiefwasserhäfen.

Auch Chinas wachsendes Interesse am hohen Norden sei besorgniserregend, da Peking versuche, Zugang zu Energie, kritischen Rohstoffen und zu See- und Kommunikationslinien zu erhalten.

Großbritannien kündigte am Mittwoch an, die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1.000 auf 2.000 verdoppeln zu wollen. Dies soll auch zur Abschreckung in der Region beitragen. «Die Anforderung an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben», erklärte Verteidigungsminister John Healey.

Abschreckung gegen Russland und China

Einen ähnlichen Einsatz wie «Arctic Sentry» hatte die Nato zuletzt im vergangenen September unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen gestartet. Er heißt «Eastern Sentry» (deutsch etwa: Wächter des Ostens) und führte insbesondere zu einer Mobilisierung von zusätzlichen Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten. Deutschland stationierte Kampfjets vom Typ Eurofighter auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork.

«Arctic Sentry» soll vom operativen Hauptquartier Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geführt werden. Dieses ist unter anderem für den Atlantik, die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien sowie seit Kurzem auch Dänemark, Schweden und Finnland zuständig.

Für die Nato ist der Grönland-Konflikt seit Monaten ein höchst brisantes Thema. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied androht, sich notfalls durch wirtschaftlichen oder militärischen Zwang Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben. Andererseits wäre es für die Nato ein Super-GAU, wenn die USA im Streit über ein solches Thema aus dem Bündnis austreten würden, weil die Abschreckung der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der Stärke der konventionellen Streitkräfte der USA beruht.

@ dpa.de

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